Wolfsabschuss im Montafon: Abschussverordnung nach Übergriffen auf Alpvieh - alpine wolf

Wolfsabschuss im Montafon: Abschussverordnung nach Übergriffen auf Alpvieh

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Der Wolfsabschuss im Montafon hat für erhitzte Gemüter gesorgt. Nachdem ein Wolf am Sonntag ein Jungrind auf einer Alpe im Gemeindegebiet von Tschagguns gerissen hatte, erließ das Land Vorarlberg umgehend eine Verordnung für den Abschuss. Bereits am Montag folgten weitere Risse: Ein Esel und ein weiteres Rind fielen dem Wolf zum Opfer. Nun wurde das Tier entnommen, wie Wildbiologe Hubert Schatz bestätigte.

„Der Wolf konnte auf angemessene Distanz weidgerecht und schmerzfrei entnommen werden“, sagte der Wildbiologe gegenüber dem ORF Vorarlberg. Landesrat Christian Gantner (ÖVP) betonte: „Eine funktionierende Alpwirtschaft ist mit einer Wolfspräsenz nur schwer vereinbar.“ Mit dem Tod des Wolfes tritt die Abschussverordnung automatisch außer Kraft. Ein genetisches Gutachten soll nun klären, ob es sich tatsächlich um jenes Tier handelt, das für die Risse verantwortlich ist.

Ein Signal der Hoffnung für die Alpwirtschaft?

Für viele Bäuerinnen und Bauern ist der Wolfsabschuss im Montafon ein längst überfälliges Zeichen. Die zunehmende Wolfspopulation stellt Weidetierhalter vor existenzielle Herausforderungen. Auf den Alpen sind Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäune oft nur schwer umsetzbar. Das Gelände ist steil, die Flächen weitläufig, und die Tiere verteilen sich über große Areale. Die Folge: Immer wieder kommt es zu Übergriffen, die nicht nur wirtschaftlichen Schaden verursachen, sondern auch das Tierwohl massiv gefährden.

  • Existenzangst statt Kuhglocken: Die ständige Bedrohung durch den Wolf belastet viele Betriebe psychisch und finanziell.
  • Abschussverordnung als letztes Mittel: Die Behörden reagieren erst nach wiederholten Rissen – für manche zu spät.
  • Kostenexplosion für Herdenschutz: Zäune, Hunde und Personal verschlingen Millionen, die in der Landwirtschaft fehlen.

Wolfsabschuss und Artenschutz: Ein ungelöster Konflikt

Während die einen aufatmen, warnen Naturschützer vor einem Präzedenzfall. Der Wolf ist in der EU streng geschützt. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie erlaubt Abschüsse nur in Ausnahmefällen – und genau dieser Sonderweg sorgt für Diskussionen. Kritiker des Abschusses argumentieren, dass der Wolf nachweislich auch durch Herdenschutzmaßnahmen von Nutztierherden ferngehalten werden kann. Sie verweisen auf erfolgreiche Beispiele aus der Schweiz und Südtirol, wo Schutzzäune und Herdenschutzhunde effektiv eingesetzt werden.

Doch die Realität in den Alpen ist komplex: Nicht jede Alpe eignet sich für die gleichen Schutzmaßnahmen. Die Topographie, die Größe der Weideflächen und die traditionelle Bewirtschaftungsform lassen sich nicht einfach auf den Kopf stellen. Der jüngste Wolfsabschuss im Montafon zeigt exemplarisch, wie schmal der Grat zwischen Artenschutz und landwirtschaftlichen Interessen ist. Das genetische Gutachten wird nun entscheidend sein – nicht nur für die rechtliche Bewertung, sondern auch für die Frage, ob der Abschuss einen Beitrag zur Konfliktlösung leisten kann.

Die Zukunft der Alpwirtschaft: Jetzt ist die Politik gefordert

Der Vorfall in Tschagguns ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom eines größeren Problems. Die Landwirte warten nicht auf Abschussgenehmigungen, sondern auf eine umfassende Strategie im Umgang mit dem Wolf. Dazu gehören längst nicht nur Abschussverordnungen, sondern auch unbürokratische Hilfen für Herdenschutzmaßnahmen, schnellere Entschädigungen bei Rissen und ein klares Bekenntnis zur Alpwirtschaft als kulturelles Erbe und Tourismusfaktor.

Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, wird die Debatte weitergehen – mit jedem gerissenen Tier, mit jedem getöteten Wolf. Der Wolfsabschuss im Montafon hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung sind jetzt gefordert, Lösungen zu finden, die sowohl den Schutz der Weidetiere als auch die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung gewährleisten. Andernfalls droht der Konflikt, die alpine Kulturlandschaft nachhaltig zu verändern.

Bildquelle: Pixabay (Unter der freien Pixabay-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)

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