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Shamonda-Virus bei Rindern

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Das Shamonda-Virus (SHAV) verbreitet sich aktuell in Oberösterreich.

Die Tiere zeigen eine entsprechende Klinik (Fieber, respiratorische Symptome, Lahmheit, Durchfall). In Österreich ist die Krankheit nicht meldepflichtig und unterliegt keinen behördlichen Bekämpfungsmaßnahmen. Allerdings stellt das Virus eine Differentialdiagnose zu meldepflichtigen (vektorübertragenen) Krankheiten, wie z.B. der Blauzungenkrankheit, dar.

Das Shamonda-Virus konnte erstmals in den 1960er-Jahren in Nigeria nachgewiesen werden und kam danach in Afrika und Japan vor. Infizieren können sich prinzipiell Haus- und Wildwiederkäuer, wobei Rinder als wichtige Wirte gelten. In Deutschland wurde eine Infektion bei einem Pferd bestätigt. Auch bei Alpakas sowie Schafen und Ziegen wurde SHAV nachgewiesen. Das Shamonda-Virus stellt nach aktuellem Wissenstand für die menschliche Gesundheit keine Gefahr dar. Der Erreger zeigt eine nahe Verwandtschaft zum Schmallenberg-Virus, das bereits 2011 in Europa auftrat und wird wie andere Orthobunyaviren vorwiegend durch Gnitzen übertragen. Eine relevante direkte Tier-zu-Tierübertragung ist bisher nicht dokumentiert, jedoch spielt die Übertragung von Muttertieren auf ungeborene Nachkommen eine Rolle.

Erkrankte Rinder in Deutschland zeigten milde Krankheitsverläufe mit Fieber, Fressunlust, Milchleistungsrückgang und Durchfall. Bei trächtigen Tieren, welche zuvor noch keinen Kontakt mit dem Erreger hatten, können sich ungeborene Feten infizieren. Die Folgen sind Aborte in den ersten Trächtigkeitsmonaten sowie schwere fetale Schädigungen des Skeletts und des Nervensystems in den Folgemonaten der Trächtigkeit wie sie auch bei der Infektion mit dem Schmallenberg-Virus bekannt sind.

Vorbeugungsmaßnahmen:

  • Gnitzen sind vor allem dämmerungsaktiv: Nicht benötigte Stallbeleuchtung nachts ausschalten und Weidegang während der Hauptaktivitätszeiten vermeiden.
  • Ventilatoren nachts laufen lassen und für ausreichend Luftbewegung im Tierbereich sorgen. Dies erschwert den Gnitzen den Anflug.
  • Eine Pour-on-Behandlung gegen Fliegen kann sinnvoll sein. Zuverlässiger Schutz vor Gnitzen ist jedoch nicht belegt.

Das Shamondavirus kann derzeit nur über ein Ausschlussverfahren nachgewiesen werden. Ein direktes Nachweisverfahren wird etabliert. Es ist keine Impfung verfügbar.

Fakten zum Shamonda-Virus

  • keine Gefahr für den Menschen
  • Vorkommen in D, F, CH
  • Übertragung durch Gnitzen (Insekten)
  • Fieber, Milchrückgang, Durchfall
  • Aborte, Missbildungen möglich
  • Keine Meldepflicht

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