EU setzt Fleischimporte aus Brasilien aus
Keine ausreichenden Garantien zum Einsatz von Antibiotika.
Wenige Monate nach dem vorläufigen Inkrafttreten des Mercosur-Pakts setzt die EU seit vergangener Woche die Einfuhr von Fleisch und anderen tierischen Produkten aus Brasilien aus. Brasilien habe bisher keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass Produkte des Landes die EU-Vorgaben zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung erfüllten, erklärte die EU-Kommission. Betroffen sind unter anderem Rind- und Geflügelfleisch sowie Honig. „Brasilien ist ein wichtiger Partner der EU“, so eine Sprecherin der Kommission. Brüssel arbeite eng mit den brasilianischen Behörden daran, die Einhaltung der Vorgaben sicherzustellen. Für Geflügel und Honig läuft derzeit eine Überprüfung. Fällt diese positiv aus und stimmen die EU-Staaten zu, könnten Geflügelexporte aus Brasilien nach Angaben der Kommission bald wieder zugelassen werden. Bei Rindfleisch könne es hingegen länger dauern.
„Unser konsequentes Nein zum Mercosur-Abkommen war richtig. Österreich hat beharrlich darauf gedrängt, dass es bei Lebensmittelsicherheit, Produktionsstandards und wirksamen Kontrollen keine Kompromisse geben darf. Der jetzige Importstopp bestätigt diese Linie. Solange Brasilien nicht verlässlich und lückenlos nachweist, dass die EU-Vorgaben eingehalten werden, müssen die betroffenen Fleischimporte ausgesetzt bleiben. Das schafft faire Wettbewerbsbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern“, betont Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.
Die EU verbietet den Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung oder zur reinen Ertragssteigerung. Auch bestimmte Wirkstoffe, die der Behandlung von Menschen vorbehalten sind, dürfen bei Tieren nicht eingesetzt werden. Damit soll insbesondere die Entstehung von Antibiotikaresistenzen verhindert werden.
Verlässliche Kontrolle ist nötig
„Es war immer schon eine wichtige Forderung von uns, dass Drittstaaten über verlässliche Kontroll- und Rückverfolgbarkeitssysteme verfügen müssen und dass diese Vorgaben über die gesamte Produktionskette eingehalten werden müssen, um zum europäischen Markt Zugang zu haben“, betont LK OÖ-Präsident Franz Waldenberger.
„Was nicht unseren Produktionsstandards entspricht, hat auch in unseren Regalen nichts verloren“, betont Josef Moosbrugger, Präsident der LK Österreich. Fehlen ausreichende Garantien, wird der Marktzugang ausgesetzt. Werden die Nachweise später erbracht und von der Europäischen Kommission anerkannt, können die Exporte wieder aufgenommen werden.
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