Produktionsstandards
Produktionsstandards bezeichnen in der Landwirtschaft verbindliche oder freiwillig vereinbarte Vorgaben für Verfahren, Einsatzstoffe und Dokumentation in der pflanzlichen und tierischen Erzeugung. Sie konkretisieren gesetzliche Anforderungen, etwa der Düngeverordnung (DüV) in Deutschland oder der österreichischen Düngemittelverordnung, und ergänzen diese durch private oder marktbezogene Regelwerke wie GLOBALG.A.P., QS oder BIO Austria. Gegenstand sind unter anderem Düngung, Pflanzenschutz, Fütterung, Tierhaltung, Hygiene, Rückstandsvermeidung und Rückverfolgbarkeit.
Rechtlich bindende Standards ergeben sich aus EU-Verordnungen, nationalem Fachrecht sowie Cross-Compliance- und ÖPUL-Verpflichtungen. Sie sind von Produktionsrichtlinien und Herkunfts- oder Qualitätsprogrammen abzugrenzen, die über das gesetzliche Mindestniveau hinausgehen können. Die Einhaltung wird durch betriebliche Eigenkontrolle, Dokumentationspflichten und behördliche oder private Kontrollen überprüft. Produktionsstandards dienen der Vergleichbarkeit, Marktfähigkeit und Risikominimierung; sie sind nicht mit Produktnormen oder Vermarktungsstandards gleichzusetzen.

