Steirische Kürbiskernernte 2026: Unterdurchschnittliche Mengen, aber herausragende Qualität erwartet - pumpkin seed field styria

Steirische Kürbiskernernte 2026: Unterdurchschnittliche Mengen, aber herausragende Qualität erwartet

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Die steirischen Landwirte blicken heuer auf eine außergewöhnliche Kürbiskernsaison zurück. Während die Erntemengen vielerorts deutlich hinter dem langjährigen Mittel zurückbleiben werden, zeichnet sich bei der Qualität der Kerne ein überaus positives Bild ab. Franz Labugger, Betreiber einer Ölmühle in Lebring im Bezirk Leibnitz, prognostiziert einen unterdurchschnittlichen Ertrag, betont jedoch gleichzeitig die hervorragenden Aussichten für die Güteklasse des heimischen Produkts. Die Situation gestaltet sich regional und je nach Anbauzeitpunkt äußerst unterschiedlich.

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Regionale Unterschiede prägen die Ertragslage

Die aktuelle Erntebilanz fällt nach Angaben des Ölmühlenbetreibers höchst unterschiedlich aus. „Es gibt Schotterböden, wo die Ernte ein Totalausfall ist. Dann gibt es Flächen, wo es gute Erträge gibt, etwa in der Ost- und in der Weststeiermark“, beschreibt Labugger die heterogene Lage. Diese Diskrepanz ist in erster Linie auf die Bodenbeschaffenheit und die Wasserspeicherfähigkeit der einzelnen Standorte zurückzuführen. Während leichte Böden unter der anhaltenden Trockenheit stark gelitten haben, zeigen tiefgründigere Standorte eine bemerkenswerte Resilienz. Die aktuellen Wetterkapriolen erinnern an die Herausforderungen der vergangenen Saisonen, als ähnliche Ernteausfälle die landwirtschaftlichen Betriebe vor große Probleme stellten.

Der Anbauzeitpunkt als entscheidender Faktor

Ein wesentlicher Einflussfaktor für den diesjährigen Ernteerfolg war der Zeitpunkt der Aussaat. „Man hat heuer wieder gesehen, dass die früh angebauten Flächen die schönsten sind“, so Labugger. Die früh gesetzten Pflanzen konnten offenbar von der anfänglichen Bodenfeuchtigkeit profitieren und entwickelten ein kräftigeres Wurzelsystem, das sie später gegen Trockenperioden widerstandsfähiger machte. Allerdings birgt ein früher Anbautermin stets das Risiko von Spätfrösten. Labugger zufolge hätte bereits eine Temperaturabsenkung um lediglich ein Grad zum Anbauzeitpunkt zu deutlich schwerwiegenderen Ausfällen führen können. Dass Frost und Hagel in dieser Saison weitgehend ausgeblieben sind, bewertet er als glückliche Fügung.

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Blaues Auge trotz lokaler Notlagen

Trotz der insgesamt gedämpften Erwartungen zieht der Fachmann ein verhalten positives Fazit. „Es hat natürlich einige Bauern getroffen, die persönlich leiden, weil sie nichts haben. Das tut natürlich sehr weh. Aber im Schnitt, muss man sagen, sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, resümiert Labugger. Diese Einschätzung relativiert die teils drastischen Einzelmeldungen, ohne die existenzielle Not betroffener Betriebe zu beschönigen. Für jene Landwirte, die mit Totalausfällen kämpfen, bedeutet dies eine erhebliche wirtschaftliche Belastung, da die Kürbiskernproduktion für viele steirische Höfe ein zentrales Standbein darstellt.

Ausgeweitete Anbauflächen mildern Mengenrückgang

Ein entscheidender Puffer für die Gesamtbilanz war die Ausweitung der Anbauflächen. In der Steiermark wurden heuer rund zehn Prozent mehr Kürbis kultiviert als in den Vorjahren. Diese Flächenausdehnung kompensiert einen Teil der Ertragseinbußen pro Hektar und stabilisiert die Gesamtproduktion auf einem akzeptablen Niveau. Die Entscheidung der Landwirte für eine größere Anbaufläche erweist sich damit rückblickend als richtig, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Aussaat mit Unsicherheiten behaftet war. Die Trockenheit selbst wirkte sich indes nicht zwangsläufig negativ auf die Kürbispflanzen aus – im Gegenteil: Zu viel Feuchtigkeit hätte das Risiko von Fäulniserscheinungen deutlich erhöht.

Sonnenreiche Tage versprechen Spitzenqualität

Die zahlreichen Sonnentage der vergangenen Monate haben den Kürbissen nach Einschätzung von Labugger ausgesprochen gutgetan. „Man muss auch sagen, dass es scheinbar aufgrund der vielen Sonnentage auch eine hervorragende Qualität geben wird“, so der Ölmühlenbetreiber. Für die Verarbeitung zu hochwertigem Kürbiskernöl ist die Qualität der Rohware von zentraler Bedeutung. Die Qualitäten der ölhaltigen Früchte profitieren nachweislich von einer ausgewogenen Wasser- und Sonnenbilanz während der Abreifephase. Ähnliche Beobachtungen wurden in diesem Jahr auch bei anderen Kulturen gemacht, wo Trockenperioden zwar die Mengen reduzierten, aber die Inhaltsstoffe und Aromen positiv beeinflussten.

Ausblick und Verarbeitungsperspektiven

Für die steirischen Ölmühlen bedeutet die bevorstehende Verarbeitungssaison eine Konzentration auf die Verarbeitung qualitativ hochwertiger Partien. Die Qualitätsrohre aus der Steiermark genießen international einen exzellenten Ruf, der durch die diesjährige Güte weiter gefestigt werden dürfte. Die Verarbeiter stehen nun vor der Aufgabe, die regional sehr unterschiedlichen Partien optimal zu sortieren und zu vermarkten. Während die mengenmäßige Versorgung der Mühlen aufgrund der Flächenausweitung gesichert erscheint, bleibt die Preisfindung angesichts der heterogenen Qualitäten eine anspruchsvolle Aufgabe. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Erntemengen und Qualitäten letztlich im Verarbeitungsprozess niederschlagen.

Ursprüngliche Meldung/Quelle: steiermark.orf.at

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Bildquelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)

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