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Resilienz

Resilienz bezeichnet in der Agrarwissenschaft die Fähigkeit eines landwirtschaftlichen Systems (Betrieb, Kulturpflanzenbestand, Agrarökosystem), Störungen wie Extremwetterereignisse (Dürre, Starkregen), Schädlingsbefall, Marktpreisschwankungen oder politische Rahmenänderungen (z. B. Düngeverordnung, GAP-Reform) nicht nur zu widerstehen, sondern sich nach einer Beeinträchtigung selbstständig zu regenerieren und an veränderte Bedingungen anzupassen. Sie umfasst drei Kernaspekte: Widerstandsfähigkeit (Resistenz), Erholungsfähigkeit (Recovery) und Anpassungsfähigkeit (Adaptation). Auf betrieblicher Ebene wird Resilienz durch Diversifizierung der Produktionszweige, Humusaufbau zur Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit des Bodens, den Einsatz resistenter Sorten sowie durch Risikomanagement-Instrumente wie Mehrgefahrenversicherungen gefördert. Auf Ebene des Pflanzenbaus ist die genetische Diversität in Sortenmischungen oder der Anbau von Zwischenfrüchten ein zentraler Stellhebel. Die Bewertung der Resilienz erfolgt über Indikatoren wie Ertragsstabilität über Jahre, ökonomische Pufferkapazität (Eigenkapitalquote) oder die Biodiversität im Agrarökosystem. Im Kontext der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2023 sowie der österreichischen ÖPUL-Maßnahmen wird Resilienz zunehmend als Zielgröße für die Förderung klimafitter Produktionssysteme definiert, wobei die Operationalisierung durch konkrete, messbare Kriterien erfolgt.