Wasserspeicherfähigkeit
Die Wasserspeicherfähigkeit eines landwirtschaftlich genutzten Bodens bezeichnet dessen physikalisches Vermögen, Niederschlags- oder Beregnungswasser entgegen der Schwerkraft in den Bodenporen zu binden und für die pflanzliche Nutzung verfügbar zu halten. Sie wird maßgeblich durch die Textur, den Humusgehalt, die Lagerungsdichte und das Porenvolumen bestimmt. Die nutzbare Feldkapazität (nFK) quantifiziert jenen Anteil des Bodenwassers, der zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt von Kulturpflanzen aufgenommen werden kann. In der landwirtschaftlichen Praxis ist die Wasserspeicherfähigkeit ein zentraler Faktor für die Ertragssicherheit, insbesondere unter den Bedingungen des Klimawandels mit zunehmenden Trockenperioden. Maßnahmen zur Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit umfassen die Zufuhr organischer Substanz, eine schonende Bodenbearbeitung sowie den Anbau tiefwurzelnder Zwischenfrüchte. Die Bewertung der Wasserspeicherfähigkeit erfolgt im Rahmen der standortangepassten Bewirtschaftung und ist relevant für die Düngeplanung sowie für die Beantragung von Agrarumweltmaßnahmen, die auf den Bodenschutz abzielen.

