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ABW

Der Begriff ABW steht in der landwirtschaftlichen Fachsprache für Auswaschungsbedingter Wirkstoffverlust und bezeichnet die Menge eines auf landwirtschaftliche Nutzflächen ausgebrachten Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffs, die durch Niederschlagswasser oder Beregnung aus dem durchwurzelten Bodenhorizont in tiefere Bodenschichten oder das Grundwasser verlagert wird. Die ABW wird in Gramm pro Hektar (g/ha) oder als prozentualer Anteil der Ausgangsaufwandmenge angegeben. Die Berechnung erfolgt auf Basis von standortspezifischen Faktoren wie Bodentextur, Humusgehalt, Niederschlagsmenge und -intensität sowie der Sorptionseigenschaften des jeweiligen Wirkstoffs. Die ABW ist ein zentraler Parameter in der Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln gemäß der EU-Verordnung 1107/2009 und fließt in die nationale Zulassungspraxis sowie in die Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) ein. Eine hohe ABW kann zu einer Grundwasserkontamination führen und unterliegt daher strengen Grenzwerten, die im Rahmen des Pflanzenschutzmittel-Zulassungsverfahrens durch die Bundesämter für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Umweltbundesamt (UBA) überprüft werden.