Weltschulmilchtag und Obmann-Wechsel: Oberösterreichs Schulmilch startet mit neuem Schwung ins Schuljahr
Josef Bauernfeind übernimmt Obmannschaft der oö. Schulmilchbäuerinnen und
Schulmilchbauern
Der 30. September steht traditionell im Zeichen des Weltschulmilchtages. Mit Beginn des neuen Schuljahres gab es bei den oberösterreichischen Schulmilchbäuerinnen und Schulmilchbauern einen Wechsel an der Spitze: Josef Bauernfeind übernahm den Vorsitz von Hannes Strobl. Gemeinsam mit seinen Berufskolleginnen und Berufskollegen setzt Bauernfeind sich dafür ein, die Bedeutung der Schulmilch weiter zu stärken und Kindern auch künftig ein Stück regionaler Landwirtschaft direkt in Kindergarten und Schule zu bringen.
Seit mittlerweile 31 Jahren sorgen die oö. Schulmilchbäuerinnen und Schulmilchbauern dafür, dass Kinder und Jugendliche mit frischen, regionalen Milchprodukten versorgt werden. Was 1995 als mutiger Schritt einzelner Direktvermarkter begann, ist heute ein wichtiger Bestandteil der regionalen Lebensmittelversorgung in oberösterreichischen Kindergärten und Schulen. Aktuell beliefern 17 Schulmilchbetriebe rund 26.000 Kinder in knapp 500 Bildungseinrichtungen direkt vom Bauernhof.
„Schulmilch bringt ein Stück oberösterreichische Landwirtschaft direkt in unsere Schulen und Kindergärten. Die Kinder erleben dadurch ganz konkret, wo Lebensmittel herkommen, wer sie erzeugt und welche Qualität dahintersteht. Genau dieses Wissen schafft Wertschätzung für regionale Produkte und für die Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern“, so Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
„Die oberösterreichischen Schulmilchbäuerinnen und Schulmilchbauern sind weit mehr als reine Lieferantinnen und Lieferanten. Sie sind leidenschaftliche Botschafterinnen und Botschafter unserer regionalen Landwirtschaft und vermitteln Kindern ganz unmittelbar, woher die Milch kommt, wie sie verarbeitet wird und welchen Wert heimische Lebensmittel haben“, betont Rosemarie Ferstl, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ.
Dank an den scheidenden Obmann Hannes Strobl
Mit dem Wechsel an der Spitze der oö. Schulmilchbäuerinnen und Schulmilchbauern geht eine Ära engagierter Arbeit zu Ende. Hannes Strobl hat die Funktion des Obmanns in den vergangenen Jahren mit großem Einsatz und viel Leidenschaft ausgeübt und übergibt die Verantwortung nun an seinen Nachfolger Josef Bauernfeind.
Besonders hervorzuheben ist der von Strobl entwickelte rPET-Schulmilchbecher, für den er mehrere Auszeichnungen – darunter den Agrarinnovationspreis sowie den World Packaging Award – erhielt. Damit setzte er wichtige innovative Impulse für die Schulmilch und trug dazu bei, sie als wertvollen Bestandteil des Schulalltags weiter zu stärken.
„Wir bedanken uns bei Hannes Strobl herzlich für seinen Einsatz und sein großes Engagement für die oberösterreichische Schulmilch. Er hat ihre Entwicklung über viele Jahre mitgestaltet und sich mit viel Herzblut für die Anliegen der Schulmilchbetriebe eingesetzt“, so Ferstl.
Josef Bauernfeind aus Rechberg: Mit Engagement und neuen Ideen für die Schulmilch
Mit Josef Bauernfeind steht künftig ein erfahrener und engagierter Schulmilchbauer an der Spitze der oö. Schulmilchbäuerinnen und Schulmilchbauern. Sein Ziel ist es, die Schulmilch als regionales, hochwertiges und kindgerechtes Lebensmittel langfristig abzusichern und ihre Bedeutung bei Schulen, Eltern und Kindern weiter ins Bewusstsein zu rücken.
„Schulmilch verbindet für mich vieles, was mir in der Landwirtschaft wichtig ist: regionale Wertschöpfung, persönliche Nähe zu den Konsumentinnen und Konsumenten und die Möglichkeit, Kindern Landwirtschaft direkt erlebbar zu machen. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Schulmilch auch in Zukunft einen festen Platz in unseren Schulen und Kindergärten hat. Dafür braucht es engagierte Schulmilchbetriebe, aber auch die Unterstützung der Bildungseinrichtungen. So soll möglichst vielen Kindern auch in Zukunft dieses Stück Regionalität, Qualität und Landwirtschaft ermöglicht werden“, so Josef Bauernfeind.
Josef Bauernfeind bewirtschaftet mit seiner Frau Anita einen Bio-Heumilchbetrieb in der Mühlviertler Naturparkgemeinde Rechberg. Die Milch der 30 Kühe wird seit 30 Jahren zum Teil direkt am Hof zu Schulmilchprodukten veredelt und an Schulen und Kindergärten im Umkreis von ca. 40 km geliefert. „Wir haben die Schulmilchproduktion von meinen Eltern übernommen und hoffen, dass auch die nächste Generation noch die Möglichkeit hat, diese schöne Tätigkeit auszuüben“, so Bauernfeind.
Bewährte Klassiker und ein vielfältiges Angebot
Beim Geschmack setzt die Schulmilch weiterhin auf bewährte Favoriten. Mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent ist Schulmilch-Kakao nach wie vor das beliebteste Produkt im Sortiment. Gleichzeitig ist das Angebot vielfältig: Neben reiner Trinkmilch gibt es unter anderem Fruchtjoghurts und Vanillemilch. Mit durchschnittlich rund einem Euro pro Portion ist Schulmilch zudem eine leistbare Möglichkeit, Kindern hochwertige Milchprodukte im Schul- und Kindergartenalltag anzubieten.
EU-Schulprogramm unterstützt gesunde Ernährung
Eine wichtige Unterstützung für die Schulmilch ist das EU-Schulprogramm. Es fördert die Verteilung von Milch und Milchprodukten in Bildungseinrichtungen und umfasst auch Maßnahmen wie Exkursionen zu Schulmilchbäuerinnen und -bauern oder Verkostungen. Ziel des EU-Programms ist es, Kindern gesunde Lebensmittel näherzubringen und durch ein besseres Angebot an Milch, Milchprodukten, Obst und Gemüse zu einer ausgewogenen Ernährung beizutragen.
Welche Milchprodukte im Rahmen des Programms gefördert werden, ist in der nationalen Strategie zum EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch festgelegt und mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt.
Weniger Zucker, mehr natürlicher Geschmack
Auch bei der Zusammensetzung der Produkte gelten klare Vorgaben. So dürfen den geförderten Produkten weder Salz, koffeinhaltiger Kaffee, Fett, Süßungsmittel noch Geschmacksverstärker zugesetzt werden. Beim Zuckerzusatz gilt eine Obergrenze von 3,5 Prozent. Damit liegt der zulässige Zuckerzusatz deutlich unter jenem vieler herkömmlicher Milchprodukte.
Die bewusste Begrenzung des Zuckerzusatzes soll dazu beitragen, einer starken Süßprägung des Geschmackes entgegenzuwirken und Kindern den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln näherzubringen.
Milch – ein Nährstoffpaket für starke Kinder
„Ein voller Schultag verlangt Kindern einiges ab. Umso wichtiger ist eine ausgewogene Jause, die Energie liefert und gut in den Alltag passt. Schulmilch ist dafür ein unkompliziertes regionales Angebot und erreicht die Kinder genau dort, wo sie einen großen Teil ihres Tages verbringen“, so Langer-Weninger.
„Die Ernährungsgewohnheiten von Kindern werden im Schulalter geprägt. Eine gezielte Förderung einer ausgewogenen Ernährung kann langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder haben. Hierbei spielen Milch und Milchprodukte eine zentrale Rolle“, erklärt Ferstl. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt den Verzehr von drei Portionen Milch und Milchprodukten pro Tag – zwei Portionen (zwei Gläser) „weiße Produkte“ wie Milch, Buttermilch oder Joghurt sowie eine Portion (zwei dünne Scheiben) „gelbe Produkte“ wie Käse, idealerweise fettarm.
Milch bietet eine Vielzahl an wichtigen Nährstoffen: Sie ist reich an hochwertigem Eiweiß, leicht verdaulichem Fett, Vitamin B2, Niacin, Pantothensäure, Folat, Vitamin B 12 sowie Jod und vielen Mineralstoffen und Spurenelementen (z.B. Magnesium, Zink, Phosphor). Darüber hinaus stellt Milch eine exzellente Quelle für Kalzium dar. Der Milchzucker Laktose unterstützt die Kalziumaufnahme. Im Hinblick auf die Entwicklung der Knochendichte unserer Kinder sind Pflanzendrinks keine gleichwertige Alternative, da sie nicht die gleiche Nährstoffdichte aufweisen.

