Mercosur-Abkommen
Das Mercosur-Abkommen bezeichnet einen geplanten, jedoch bis zum Jahr 2026 noch nicht ratifizierten Assoziierungsvertrag zwischen der Europäischen Union (EU) und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur (Mitgliedstaaten: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay). Aus agrarwissenschaftlicher und agrarpolitischer Perspektive ist dieses Abkommen von erheblicher Relevanz, da es einen weitgehenden Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen für landwirtschaftliche Erzeugnisse vorsieht. Für den Agrarstandort Österreich und Deutschland würde dies einen verstärkten Import von Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Ethanol und Soja aus Mercosur-Staaten bedeuten. Im Gegenzug sollen europäische Exporte von Milchprodukten, Schweinefleisch, Wein und Spirituosen erleichtert werden. Die landwirtschaftliche Definition des Abkommens umfasst daher primär die rechtliche Festlegung von Einfuhrkontingenten, die an produktspezifische Herkunfts- und Produktionsstandards gebunden sind. Zentrale Streitpunkte aus fachlicher Sicht sind die unterschiedlichen Umwelt- und Sozialstandards sowie die Frage der Gegenseitigkeit bei der Einhaltung von Pflanzenschutzmittel- und Tierwohlvorschriften. Die endgültige rechtliche Wirksamkeit des Abkommens hängt von der Ratifikation durch alle EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament ab.

