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Shamonda-Virus

Das Shamonda-Virus (SHAV) ist ein zur Gattung Orthobunyavirus innerhalb der Familie Peribunyaviridae gehörendes RNA-Virus. Es wird dem Simbu-Serogruppen-Komplex zugeordnet und ist ein zoonotisch irrelevantes, aber für Wiederkäuer bedeutsames Pathogen. Übertragen wird das Virus durch stechende Mücken der Gattung Culicoides (Gnitzen), wobei Rinder als Hauptreservoir und Verstärkerwirte (Amplifikationswirte) fungieren. Eine direkte horizontale Übertragung zwischen Säugetieren findet nicht statt.

Klinisch manifestiert sich eine Infektion bei adulten Rindern in der Regel subklinisch. Die wirtschaftlich relevante Pathogenese betrifft primär trächtige Tiere: Eine Infektion während der empfänglichen Trächtigkeitsphase kann zu einer transplazentaren Ausbreitung führen, die beim Fetus kongenitale Missbildungen des zentralen Nervensystems, insbesondere eine Hydranenzephalie und Arthrogrypose, verursacht. Diese Schädigungen führen zu Totgeburten, lebensschwachen Kälbern oder der Geburt nicht lebensfähiger, missgebildeter Nachkommen. Die Diagnostik erfolgt mittels RT-PCR aus Organproben abortierter Feten oder Serum, differentialdiagnostisch sind insbesondere das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus abzugrenzen. In Deutschland und Österreich besteht keine Meldepflicht für den Einzelnachweis, jedoch unterliegt das Virus als Ursache von Tierverlusten der allgemeinen tierseuchenrechtlichen Überwachung. Spezifische Therapien oder zugelassene Impfstoffe existieren im Jahr 2026 nicht; die Bekämpfung stützt sich auf Bestands-Hygiene und Vektorkontrolle.

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