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Wolf

Der Wolf (Canis lupus) ist ein wildlebendes Raubtier aus der Familie der Hunde (Canidae), das in den landwirtschaftlichen Kontexten Mitteleuropas, insbesondere in Österreich und Deutschland, primär als Prädatior von Nutztieren relevant ist. Im Agrarlexikon wird der Begriff daher nicht biologisch-taxonomisch, sondern funktional im Rahmen des Herdenschutzes und der Weidetierhaltung definiert. Der Wolf unterliegt in beiden Ländern dem strengen Schutzstatus der FFH-Richtlinie (Anhang IV) sowie dem jeweiligen nationalen Jagdrecht, was eine Regulierung des Bestands nur in eng definierten Ausnahmefällen (z. B. bei dokumentierten Nutztierrissen und fehlender Zumutbarkeit von Schutzmaßnahmen) erlaubt. Für landwirtschaftliche Betriebe mit Schaf-, Ziegen- oder Rinderhaltung auf Weiden ergibt sich daraus die rechtliche Verpflichtung, zumutbare Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde zu implementieren, um Förderungen (z. B. im Rahmen des Österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft, ÖPUL) zu erhalten. Ein Wolfsübergriff auf Nutztiere wird als Riss dokumentiert und ist meldepflichtig; die Entschädigung für getötete oder verletzte Tiere erfolgt über landesspezifische Ausgleichszahlungen, die an den Nachweis der Schutzmaßnahmen gekoppelt sind. Der Wolf ist somit ein Faktor im Risikomanagement der Grünlandbewirtschaftung, der eine Anpassung der Haltungsverfahren erfordert.