Herdenschutzmaßnahmen
Herdenschutzmaßnahmen bezeichnen im Agrarwesen des Jahres 2026 die Gesamtheit aller technischen, baulichen, organisatorischen und tierhalterischen Vorkehrungen, die dem Schutz von Weidevieh (insbesondere Schafe, Ziegen, Rinder, Pferde) vor Übergriffen durch große Beutegreifer wie Wolf, Bär, Luchs oder Goldschakal dienen. Ziel dieser Maßnahmen ist die Minimierung von Nutztierrissen und die Vermeidung von Herdenschäden, ohne die Populationen geschützter Wildtiere zu gefährden. Zu den etablierten Methoden zählen der Einsatz von Herdenschutzhunden (HSH), die Errichtung wolfsabweisender Zäune (elektrifizierte Fest- oder Mobilzäune mit definierten Maschenweiten und Spannungen), die Installation von Licht- und Akustikscheuchen sowie die nächtliche Einstallung der Tiere. Die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen richtet sich nach den Vorgaben der jeweiligen Bundesländer und den förderrechtlichen Rahmenbedingungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie nationaler Programme wie dem Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL). Die Wirksamkeit der Maßnahmen ist abhängig von der korrekten Installation, Wartung und der Anpassung an die lokale Raubtierdichte und Topografie.

