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Schadwolf

Der Schadwolf bezeichnet in der landwirtschaftlichen Fachsprache, insbesondere im Kontext der österreichischen und deutschen Grünlandbewirtschaftung, einen spezifischen, nicht normgerechten Zustand von Silage- oder Heuballen. Es handelt sich um einen Ballen, dessen äußere Schicht durch unzureichende Verdichtung, falsche Feuchte oder mangelhafte Wickeltechnik einen erhöhten Sauerstoffzutritt aufweist. Dies führt zu einer aeroben Nacherwärmung und in der Folge zu einem massiven Verderb der Randschicht durch Schimmelpilze und Fäulnisbakterien. Der Begriff leitet sich von der oft grau-schwarzen, pelzartigen Schimmelschicht ab, die an das Fell eines Wolfes erinnert.

Die Entstehung eines Schadwolfs ist ein Indikator für Fehler in der Futterkonservierungskette. Rechtlich relevant ist dieser Zustand im Rahmen der österreichischen ÖPUL-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz“ sowie der deutschen Düngeverordnung (DüV), da verdorbenes Futter eine geringere Futteraufnahme und damit eine erhöhte Nährstoffausscheidung über den Wirtschaftsdünger zur Folge haben kann. Ein Schadwolf ist zudem ein Verstoß gegen die gute fachliche Praxis der Futterkonservierung, da er die Futterqualität und die Tiergesundheit unmittelbar beeinträchtigt. Die Vermeidung erfolgt durch optimale Trockenmassegehalte, hohe Verdichtungsarbeit und luftdichte Abdeckung der Silage.