Neue Wolfsrisse in Osttirol: Weidetierhalter fordern Konsequenzen
Die Diskussion um den Wolf in Österreich erreicht einen neuen Höhepunkt. In der Gemeinde Assling in Osttirol wurden erneut mehrere Schafe gerissen, die laut ersten Untersuchungen eindeutig auf einen Wolf zurückgehen. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Übergriffen, die Weidetierhalter an den Rand ihrer Existenz bringen und die Debatte um den Umgang mit dem streng geschützten Raubtier weiter anheizen.
Erneute Risse in Assling: Der Wolf kehrt zurück
Wie der Osttiroler Bote berichtet, wurden in den letzten Tagen in der Gemeinde Assling mehrere tote Schafe aufgefunden. Die genauen Umstände werden derzeit von der zuständigen Behörde untersucht, doch die Bissspuren und das Rissbild deuten nach Angaben von Experten stark auf einen Wolf als Verursacher hin. Für die betroffenen Landwirte ist dies ein schwerer Schlag. Viele von ihnen haben in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Verluste durch Wolfsrisse hinnehmen müssen. Die Existenzängste in der Region sind groß, denn die Alpwirtschaft und die Haltung von Schafen und Ziegen sind traditionell wichtige Wirtschaftszweige in Osttirol. Die Rufe nach einer effektiven Bestandsregulierung des Wolfes werden lauter.
Die gespaltene Gesellschaft: Artenschutz versus Weidetierhaltung
Der Vorfall in Assling zeigt einmal mehr die tiefe Kluft zwischen den Lagern. Während Naturschützer auf den strengen Schutzstatus des Wolfes gemäß der EU-FFH-Richtlinie verweisen und betonen, dass der Wolf ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems sei, sehen Weidetierhalter ihre Existenzgrundlage bedroht. Sie fordern nicht nur einen schnelleren Abschuss von Problemwölfen, sondern auch eine Vereinfachung der bürokratischen Hürden, die derzeit für eine Entnahme nötig sind. Die Landwirtschaftskammer und der Bauernbund haben bereits mehrfach auf die unhaltbaren Zustände für die Almbauern hingewiesen. Die Politik ist gefordert, einen Ausgleich zu schaffen, der sowohl den Artenschutz als auch die Wirtschaftlichkeit der bäuerlichen Betriebe berücksichtigt. Bisherige Maßnahmen wie Herdenschutzzäune oder der Einsatz von Herdenschutzhunden stoßen in den steilen und unwegsamen Gelände Osttirols oft an ihre Grenzen.
Was bedeutet das für die Zukunft der Almwirtschaft?
Die erneuten Risse in Assling werfen ein Schlaglicht auf die grundsätzliche Frage: Kann die traditionelle Almwirtschaft in Zeiten des Wolfs überleben? Viele Landwirte sehen schwarz. Sie befürchten, dass die Beweidung der Almen ohne wirksamen Schutz des Viehs bald nicht mehr möglich sein wird. Dies hätte nicht nur wirtschaftliche Folgen für die Betriebe, sondern auch negative Auswirkungen auf die Biodiversität und das Landschaftsbild, denn die Almen sind durch die jahrhundertelange Beweidung entstanden und prägen das typische Bild der Osttiroler Bergwelt. Die Politik ist nun gefordert, schnelle und unbürokratische Lösungen zu finden. Die Landwirte erwarten konkrete Maßnahmen, nicht nur Absichtserklärungen. Der Druck auf die Verantwortlichen steigt mit jedem weiteren Riss.
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