Riss
Der Riss ist ein linienförmiges Trennungsgefüge in landwirtschaftlichen Böden, Pflanzenbeständen oder tierischen Integumenten. In der Bodenphysik entstehen Schrumpfrisse hauptsächlich in tonreichen Böden durch Austrocknung, wenn die Kohäsionskräfte der Tonteilchen die Zugfestigkeit überschreiten. Diese Risse beeinflussen die Wasserinfiltration, die Durchlüftung und die Durchwurzelung und sind relevante Indikatoren für die Bodenfeuchte und die Bearbeitbarkeit. In der Pflanzenproduktion wird der Begriff auf Wachstumsrisse an Früchten, Knollen und Rüben angewendet, die durch unregelmäßige Wasser- oder Kalziumversorgung während des Zellwachstums entstehen; sie mindern die Sortier- und Verkaufsfähigkeit des Ernteguts. In der Nutztierhaltung bezeichnet der Riss einen Spalt in der Klauenwand oder der Haut, der durch mechanische Belastungen oder Infektionen begünstigt wird und eine Eintrittspforte für Erreger darstellt. Rechtlich ist die Rissbildung an Dichtungssystemen von Güllelagern relevant, da sie die Standsicherheit und Dichtigkeit beeinflusst; die Überwachung erfolgt im Rahmen der Bau- und Anlagenprüfpflichten nach dem Wasserhaushaltsgesetz und den landesspezifischen Düngeregelungen. Die Diagnose erfolgt visuell oder durch technische Verfahren wie Rissmessung und Georadar.

