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Miststreuer gebraucht kaufen: Bauarten, Prüfpunkte und aktuelle Angebote

Der Miststreuer gehört zu den Maschinen, die auf jedem Tierhaltungsbetrieb gebraucht werden und selten neu gekauft werden. Gebrauchte Streuer gibt es in jeder Größe, vom Einachser für den Bergbetrieb bis zum Tandemstreuer mit Breitstreuwerk. Die Unterschiede in Zustand und Ausstattung sind groß, deshalb lohnt sich ein genauer Blick, bevor du kaufst.

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Bauarten und Streuwerke

Liegende Walzen sind die klassische, einfache Bauart: Zwei oder drei quer liegende Streuwalzen reißen den Mist auseinander und werfen ihn nach hinten. Robust, günstig, aber schmales und grobes Streubild, es wird Spur an Spur gefahren.

Stehende Walzen zerkleinern den Mist an zwei bis vier senkrechten Fräswalzen und werfen ihn direkt aus. Das gibt eine feinere Verteilung auf mittlerer Breite bei moderatem Leistungsbedarf. Diese Bauart ist die verbreitete Wahl auch für Berg- und Kleinbetriebe.

Breitstreuwerke, oft als Universalstreuer angeboten, kombinieren liegende Fräswalzen mit zwei Streutellern und einem Stauschieber. Sie verteilen sehr gleichmäßig auf große Breite und eignen sich auch für Kompost, Kalk und strohreichen Mist, brauchen aber mehr Leistung und sind im Verschleiß teurer. Wer nur Stallmist auf kleinen Flächen streut, braucht sie nicht.

Größe, Achsen und Bereifung

Das Ladevolumen muss zum Traktor und zu den Wegen passen. Ein Tandemstreuer läuft auf der Straße ruhiger und schont den Boden, ein Einachser ist wendiger und auf steilen, kleinen Flächen im Vorteil. Breite Bereifung senkt den Bodendruck auf nassen Wiesen, bei Gebrauchtmaschinen den Zustand der Reifen und der Achsaufhängung genau ansehen, sie werden gern vergessen.

Der Leistungsbedarf steigt mit Volumen und Streuwerk. Ein beladener Streuer mit Breitstreuwerk am Berg ist eine andere Aufgabe als ein Einachser in der Ebene. Herstellerangaben zum Leistungsbedarf sind hier eine gute Orientierung.

Gebraucht kaufen: die Prüfpunkte

  • Kratzboden: Ketten auf Längung, Kratzleisten auf Verbiegung, Antriebsritzel auf Zahnverschleiß. Den Kratzboden im Stand laufen lassen und auf Überspringen und Geräusche achten.
  • Boden und Seitenwände: Mist ist aggressiv. Bodenbleche und die unteren Seitenwandbereiche auf Rost und Durchrostung prüfen, mit dem Schraubendreher an verdächtigen Stellen drücken.
  • Streuwerk: Walzen und Zinken auf Verschleiß und Brüche, Lager auf Spiel, Getriebe auf Ölstand und Dichtheit. Fehlende oder verbogene Zinken verändern das Streubild.
  • Hydraulik: Rückwand, Stauschieber und Kratzbodenantrieb auf Dichtheit und Funktion, Schläuche auf Alter und Risse. Bei älteren und kleinen Streuern läuft der Kratzboden oft mechanisch über ein Schaltwerk, dann Schaltwerk und Vorschubstufen prüfen.
  • Rahmen und Deichsel: Risse an Schweißnähten, besonders an Deichsel und Achsaufnahme. Ausgeschlagene Zugösen sind ein Sicherheitsproblem.
  • Gelenkwelle: Schutz, Profilrohre und Kreuzgelenke prüfen, Überlastkupplung vorhanden und funktionsfähig.

Typische Fehler beim Kauf

Ein frisch lackierter Streuer sagt nichts über den Zustand darunter, gerade bei Bodenblechen und Seitenwänden. Deshalb immer die Innenseite ansehen und nicht nur die Außenhaut. Zweiter Fehler: Der Streuer passt zwar zum Traktor, aber nicht zu den Wegen, ein Tandemstreuer auf engen, steilen Hofzufahrten bringt mehr Ärger als Nutzen. Und wer den Kratzboden nur im Stand ansieht, übersieht gelängte Ketten, die erst unter Last überspringen. Wenn möglich mit einer Ladung Mist Probe streuen, dann zeigen sich Streubild, Kratzboden und Hydraulik auf einmal.

Nach dem Kauf

Streuer nach jedem Einsatz ausräumen und abspritzen, das ist der wirksamste Schutz gegen Rost. Kratzbodenketten regelmäßig nachspannen, aber nicht zu stramm, etwa eine Kettenstärke Spiel, und schmieren. Getriebeöl nach Herstellerangabe wechseln. Wer den Streuer unter Dach stellt, verlängert seine Lebensdauer deutlich.

Aktuelle Angebote aus den Kleinanzeigen

Die passende Zugmaschine findest du in der Kategorie Traktoren. Wann Mist ausgebracht werden darf, regelt bundesweit die Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung, in Wasserschutzgebieten und bei manchen ÖPUL-Maßnahmen gelten strengere Fristen. Die aktuellen Termine stehen auf der Seite Gülle- und Mistausbringung im Herbst.

Häufige Fragen

Welche Streuwerksart ist die richtige?

Liegende Walzen sind einfach und robust, streuen aber schmal und grob. Stehende Walzen zerkleinern feiner und streuen auf mittlerer Breite, das ist der übliche Kompromiss, auch für Berg- und Kleinbetriebe. Breitstreuwerke mit liegenden Fräswalzen und Streutellern verteilen sehr gleichmäßig auf große Breite und eignen sich für Kompost und große Flächen, brauchen aber mehr Leistung.

Wie groß darf der Streuer für meinen Traktor sein?

Entscheidend sind Zapfwellenleistung, die zulässige Stützlast der Anhängung, ein Zugmaul trägt deutlich weniger als eine Kugelkupplung, sowie Gewicht und Bremse des Traktors. Am Hang darf der beladene Streuer den Traktor nicht schieben. Der Hersteller nennt den Leistungsbedarf, im Zweifel eine Nummer kleiner wählen.

Worauf muss ich beim Kratzboden achten?

Ketten auf Längung und Verschleiß prüfen, Kratzleisten auf Verbiegung, Antriebsritzel auf abgenutzte Zähne. Ein Kratzboden mit gelängten Ketten springt unter Last über, und Ketten und Ritzel werden dann meist zusammen getauscht, eine der teuersten Reparaturen am Streuer.

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