Schneefräse und Schneepflug gebraucht kaufen: Ratgeber und Angebote
Wer im Winter Hof, Zufahrt oder Gemeindestraßen freihalten muss, steht vor der Wahl zwischen Schneepflug und Schneefräse. Beide Geräte gibt es gebraucht in großer Zahl, von der einfachen Frontschaufel bis zur Zapfwellenfräse mit Auswurfkamin. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede und die Prüfpunkte beim Kauf.
Schneepflug und Räumschild
Das Räumschild ist das einfachste und robusteste Wintergerät. Es wird am Frontkraftheber, an einer Kommunalplatte oder am Frontlader angebaut und schiebt den Schnee seitlich weg. Entscheidend sind drei Dinge: die Schwenkung, die Schürfleiste und die Federklappen.
Ein hydraulisch schwenkbares Schild lässt sich vom Sitz aus nach links oder rechts stellen, die mechanische Schwenkung älterer und einfacher Schilder ist billiger, kostet aber bei jedem Wechsel Zeit. Die Schürfleiste unten am Schild gibt es aus Stahl, Gummi oder Kunststoff, sie ist das wichtigste Verschleißteil. Federklappen lassen die unteren Schildsegmente bei Hindernissen wie Kanaldeckeln oder Randsteinen wegklappen und federn danach zurück, ohne sie nimmt das Schild an jedem Bordstein Schaden.
Die Schildbreite muss zum Traktor passen: Das Schild soll auch in Schwenkstellung breiter räumen als die Spur des Traktors, als Faustregel rund ein Fünftel breiter als die Außenkante der Räder, sonst fährst du mit den Vorderrädern im ungeräumten Schnee. Der Frontlader-Anbau taugt für Hof und Zufahrt, für längere Strecken sind Frontkraftheber oder Anbauplatte die bessere Wahl, weil das Schild dort spurtreuer läuft und der Lader nicht leidet.
Schneefräse
Die Fräse wird über die Zapfwelle angetrieben, Profigeräte auch hydraulisch. Kommunale und größere Fräsen laufen an der Front, im Gebrauchtmarkt für kleinere Traktoren sind Heckfräsen am Dreipunkt sehr verbreitet, mit denen rückwärts gefahren wird. Einstufige Fräsen nehmen den Schnee mit der Fräshaspel auf und werfen ihn direkt aus, zweistufige haben zusätzlich ein Wurfrad und schaffen dadurch deutlich mehr Wurfweite und höhere, verharschte Schneemengen; Hersteller nennen sie auch Schneefrässchleuder. Der Auswurfkamin sollte hydraulisch oder elektrisch drehbar sein, sonst musst du für jede Richtungsänderung absteigen.
Fräsen brauchen Leistung. Der vom Hersteller angegebene Leistungsbereich ist ernst zu nehmen, nach unten wie nach oben: Ein zu schwacher Traktor bringt die Fräse bei nassem Schnee zum Stehen, dann schert der Scherbolzen ab oder die Kupplung rutscht. Ein deutlich zu starker Traktor ist ebenfalls keine Lösung, weil Getriebe und Haspel auf den angegebenen Bereich ausgelegt sind.
Anbau prüfen
Vor dem Kauf klären, wie das Gerät am eigenen Traktor hängt: Dreipunkt vorne oder hinten, Kommunalplatte in welcher Größe, Frontlader-Werkzeugrahmen. Ein Umbau des Anbaurahmens kostet schnell mehr als der Preisvorteil eines günstigen Gebrauchtgeräts. Bei Fräsen zusätzlich Zapfwellendrehzahl und Drehrichtung prüfen: Frontzapfwellen laufen in der Regel mit 1000 Umdrehungen und in Fahrtrichtung rechtsdrehend, Heckzapfwellen meist mit 540, Kleintraktoren und ältere Modelle weichen teils ab. Eine Heckfräse läuft an der Front ohne Wendegetriebe in die falsche Richtung.
Gebraucht kaufen: die Prüfpunkte
- Schild: Verzug prüfen, indem man von der Seite entlang der Kante sieht. Ein verzogenes Schild liegt nie vollflächig auf.
- Schürfleiste: Verschleiß und Befestigung. Ist die Leiste bis an die Schrauben abgenutzt, sofort einrechnen.
- Federklappen und Gelenke: Spiel in den Bolzen, gebrochene Federn, ausgeschlagene Lagerungen.
- Fräshaspel und Wurfrad: Schaufeln auf Risse und Verbiegung ansehen, das Gerät im Stand durchdrehen und auf Geräusche der Lager achten.
- Getriebe: Ölstand und Undichtigkeiten am Winkelgetriebe der Fräse, Zustand von Gelenkwelle, Gelenkwellenschutz, Scherbolzen und Überlastkupplung.
- Hydraulik: Zylinder auf Undichtigkeit, Schläuche auf Risse und Alter, Anschlüsse passend zum Traktor.
Typische Fehler beim Kauf
Der häufigste Fehler ist ein zu breites Schild für einen zu leichten Traktor: Bei nassem, schwerem Schnee schiebt dann der Schnee den Traktor und nicht umgekehrt. Der zweite ist der Kauf ohne Blick auf den Anbau, der Umbau einer Kommunalplatte oder eines Anbaurahmens frisst den Preisvorteil auf. Und wer eine Fräse ohne Probelauf kauft, erfährt erst beim ersten Schnee, dass das Getriebe Geräusche macht. Wenn möglich das Gerät am eigenen Traktor anhängen und unter Last laufen lassen, bevor Geld fließt.
Aktuelle Angebote: Schneefräsen
Aktuelle Schneefräse Angebote
Aktuelle Angebote: Schneepflüge und Räumschilder
Aktuelle Schneepflug Angebote
Für sicheren Vortrieb im Winterdienst gehören dazu Schneeketten für den Traktor. Wer den Winterdienst als Nebenerwerb anbieten will, findet die Grundlagen im Ratgeber Winterdienst mit dem Traktor.
Häufige Fragen
Schneefräse oder Schneepflug, was passt zu mir?
Ein Pflug oder Räumschild schiebt den Schnee zur Seite und ist schnell und robust, braucht aber Platz für die Schneewälle. Eine Fräse wirft den Schnee weit weg und kommt mit hohen, verharschten Schneemengen zurecht, arbeitet aber langsamer und braucht mehr Leistung.
Wie viel Traktorleistung braucht eine Schneefräse?
Das hängt von Arbeitsbreite und Bauart ab. Hersteller geben zu jeder Fräse einen Leistungsbereich an, und der gilt in beide Richtungen: Zu wenig Leistung bedeutet, dass die Fräse bei nassem Schnee stehen bleibt. Deutlich mehr als die Obergrenze ist auch nicht ratsam, weil Getriebe, Haspel und Scherbolzen auf den angegebenen Bereich ausgelegt sind.
Welche Schürfleiste ist die richtige?
Gummi schont Pflaster und Asphalt, ist leise und auf Hofflächen die richtige Wahl, nutzt sich aber schneller ab. Stahl räumt festgefahrenen Schnee auf Asphalt am besten und hält am längsten, ist aber laut und beschädigt Pflaster. Kunststoffleisten aus Polyurethan liegen dazwischen. Auf Schotter sind Gummi oder Kunststoff sinnvoll, weil Stahl dort Material mitreißt.
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