Hagelschlag im Burgenland: Schäden an Obst und Getreide – Versicherer beziffern Verluste
Das Burgenland, eine der wichtigsten Agrarregionen Österreichs, hat den ersten schweren Hagelschlag der Saison erlitten. Laut Berichten von burgenland.ORF.at zogen am späten Nachmittag des 14. Mai heftige Gewitter mit Hagelkörnern von bis zu drei Zentimetern Durchmesser über die Bezirke Oberwart und Güssing hinweg. Besonders betroffen sind Obstplantagen und Getreidefelder, die kurz vor der Ernte stehen. Erste Schätzungen der Hagelversicherung sprechen von Schäden in Millionenhöhe.
Apfel- und Birnbäume schwer getroffen – Ernteausfälle drohen
In den Gemeinden rund um Stadtschlaining und Stegersbach wurden Apfel- und Birnbäume von den Hagelkörnern regelrecht entlaubt. „Die Früchte sind zu einem großen Teil herausgeschlagen, die Bäume sehen aus wie geschlagen“, zitiert der ORF einen betroffenen Landwirt. Die Hagelversicherung hat bereits erste Teams zur Schadensaufnahme entsandt. Experten warnen, dass bei wiederholten Hagelereignissen die Existenz vieler Obstbaubetriebe gefährdet sei. Die Landwirtschaftskammer Burgenland fordert daher eine Ausweitung der Hagelversicherung auf alle Kulturen und eine schnellere Auszahlung der Entschädigungen.
Getreidebestände im Südburgenland vernichtet – Versorgungssicherheit in Gefahr?
Neben dem Obstbau sind auch die Getreidefelder im Südburgenland stark betroffen. In den Bezirken Jennersdorf und Oberwart wurden Weizen- und Gerstenbestände auf einer Fläche von mehreren hundert Hektar komplett vernichtet. „Das Getreide liegt flach, die Halme sind geknickt, die Ähren ausgeschlagen“, beschreibt ein Landwirt die Lage. Die Hagelversicherung rechnet mit Schäden von mehreren Millionen Euro. Während Naturschützer auf die zunehmende Unberechenbarkeit des Wetters durch den Klimawandel hinweisen, betonen die Bauern die Dringlichkeit von Klimaanpassungsmaßnahmen wie Hagelschutznetzen und resistenteren Sorten. Die Debatte um die Finanzierung solcher Maßnahmen wird neu entfacht.
Politik und Versicherer unter Druck – Forderungen nach besserem Schutz
Die Hagelschäden im Burgenland haben die Diskussion um die landwirtschaftliche Risikovorsorge neu entfacht. Die Landwirtschaftskammer Burgenland fordert von der Politik eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse zur Hagelversicherung und eine Vereinfachung der Antragsverfahren. „Die Bauern können nicht jedes Jahr um ihre Existenz bangen“, so ein Sprecher. Die Versicherungswirtschaft verweist auf die steigenden Schadenssummen durch Extremwetter und kündigt eine Prämienerhöhung an. Die betroffenen Landwirte stehen vor der Frage, ob sich der Anbau in diesen Regionen noch lohnt. Die nächsten Tage werden zeigen, wie umfassend die Schäden tatsächlich sind und welche langfristigen Konsequenzen der Hagelschlag für die burgenländische Landwirtschaft haben wird.
Bildquelle: Unsplash (Unter der freien Unsplash-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)
Weitere Beiträge:
Burgenland: Die besten Weine des Jahres 2026 sind gekürt – Ein Triumph für die Winzer
Lupine als heimische Proteinquelle: Potenzial und Marktreife im Spannungsfeld
Österreichs Bauern zwischen Spätfrost und asiatischen Erntehelfern
Milchvernichtung als Protest: Landwirte kippen 30.000 Liter mit Güllefässern aus
Häufung von Zwillingsgeburten bei Kühen: Genetische und managementbedingte Ursachen im Fokus
Dammann-Insolvenz: Traditionsreicher Feldspritzen-Hersteller kämpft um Sanierung
Burgenland, Getreide, Hagel, Hagelversicherung, Klimaanpassung, Landwirtschaftskammer, Obstbau


