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Bienensperma aus dem Salzkammergut: Zuchtprojekt zur Varroa-Toleranz startet - bee breeding varroa tolerance

Bienensperma aus dem Salzkammergut: Zuchtprojekt zur Varroa-Toleranz startet

Am Offensee im Salzkammergut läuft derzeit ein außergewöhnliches Zuchtprojekt: Für eine australische Bienenforscherin wird das Sperma von 600 Drohnen gesammelt, um die Bienenpopulation am anderen Ende der Welt zu stärken. Gleichzeitig profitieren auch heimische Imker von der Initiative, denn die Toleranzbelegstelle Offensee ermöglicht gezielte Zucht auf Varroa-Toleranz – ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den gefährlichen Parasiten.

Zucht unter kontrollierten Bedingungen

Die Belegstelle liegt in einer abgeschiedenen Region, in der es keine anderen Bienenstöcke gibt. Der nächste Standort ist mindestens vier Kilometer entfernt. „So kann dort gezielt gezüchtet werden“, erklärt Herbert Vitzthum, Präsident des Landesverbands für Bienenzucht. Insgesamt werden 30 Vatervölker mit jeweils 2.000 bis 3.000 Drohnen ausgesetzt. Bienenzüchter bringen junge, unbegattete Königinnen zur Belegstelle. Für eine erfolgreiche Nachzucht benötigt eine Königin etwa 15 Bienenväter. Alle zwei Wochen – bis Ende August – werden die begatteten Königinnen abgeholt und neue Königinnen gebracht. Die Drohnen bleiben vor Ort.

Das Ziel: varroatolerante Bienen

Die Varroamilbe ist ein Parasit, der Bienen schwächt, sie verkleinert und dafür sorgt, dass sie oft nicht mehr heimfinden. Mit der neuen Toleranzbelegstelle Offensee möchte man in einem Gebiet dagegen vorgehen, wo Bienen eigentlich nicht vorkommen und die Zucht deshalb nicht verwässert werden kann. Die gesammelten Spermaproben werden nach Australien geschickt, wo sie zur Zucht widerstandsfähiger Völker beitragen sollen. Experten betonen, dass solche internationalen Kooperationen essenziell sind, um die genetische Vielfalt zu erhalten und neue Resistenzen zu entwickeln.

Bedeutung für die heimische Imkerei

Neben dem Export profitieren auch österreichische Imker von den Erkenntnissen. Die gezielte Zucht auf Varroa-Toleranz könnte langfristig den Einsatz von chemischen Mitteln reduzieren und die Bienenhaltung nachhaltiger machen. Der Landesverband für Bienenzucht sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die Zukunft der Imkerei. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass die Selektion auf ein einzelnes Merkmal andere Eigenschaften vernachlässigen könnte. Dennoch überwiegt die Hoffnung, dass die varroatolerante Biene bald Realität wird.

Bildquelle: Pixabay (Unter der freien Pixabay-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)

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