Hagelschäden
Als Hagelschäden werden im Pflanzenbau die durch Hagelschlag verursachten mechanischen Verletzungen an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen bezeichnet. Diese treten in Form von Quetschungen, Abrissen von Blättern, Stängeln oder Fruchtständen sowie durch Risse in der Epidermis auf, die sekundäre Infektionen durch pilzliche Erreger begünstigen. Die Schadensintensität ist abhängig von Korngröße, Fallgeschwindigkeit, Dauer des Ereignisses sowie dem Entwicklungsstadium der Pflanze. Besonders anfällig sind Kulturen mit großer Blattfläche wie Mais, Zuckerrüben oder Kartoffeln, aber auch Obst- und Weinbau. Im Getreidebau führen Hagelschäden häufig zu Lagerbildung und Ertragsausfällen durch Kornausfall. Die wirtschaftliche Bewertung erfolgt durch amtliche Schätzer gemäß den Vorgaben der landwirtschaftlichen Unfallversicherung oder spezialisierter Hagelversicherungen. In Österreich und Deutschland ist die Hagelversicherung ein zentrales Instrument des Risikomanagements; die Prämien werden teilweise durch öffentliche Mittel gefördert. Betriebliche Maßnahmen zur Schadensminderung umfassen den Einsatz von Hagelschutznetzen im Obstbau sowie die zeitnahe Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen zur Vermeidung von Sekundärinfektionen.

