Futterknappheit durch Dürre 2026: Frühzeitiger Almabtrieb und Kühe verkaufen
Die Futterknappheit durch Dürre 2026 stellt viele Rinderhalter in Österreich vor existenzielle Entscheidungen. Anhaltende Trockenheit und Rekordtemperaturen haben die Grundfutterbasis vieler Betriebe erheblich reduziert. In dieser Lage müssen Landwirte abwägen, ob ein frühzeitiger Almabtrieb sinnvoll ist und wann der Verkauf von Kühen wirtschaftlich vertretbar bleibt.
Aktuelle Lage: Dürre und ihre Folgen für die Futterbilanz
Das erste Halbjahr 2026 war das zweittrockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Besonders in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg sind die Niederschläge ausgeblieben. Die Agrarschäden in Österreich erreichen bereits rund eine Milliarde Euro. Die Erträge von Grünland und Feldfutter sind vielerorts um 30 bis 50 Prozent eingebrochen. Auch der Mais leidet: Mais-Notreife bei Dürre 2026 führt zu vorzeitigem Abreifen und reduzierten Silageerträgen. Die Futtervorräte für den kommenden Winter sind vielerorts unzureichend.
Regionale Unterschiede und betriebliche Auswirkungen
Die Situation variiert regional stark. In Höhenlagen über 1.500 Metern fällt die Trockenheit weniger ins Gewicht, während Tallagen und südlich exponierte Hänge stärker betroffen sind. Betriebe mit hohem Grundfutteranteil in der Ration spüren den Mangel unmittelbar. Die Rekordhitze und Dürre treffen mit voller Wucht und zwingen viele Tierhalter zu schnellen Entscheidungen.
Frühzeitiger Almabtrieb: Kriterien und Vorgehen
Ein frühzeitiger Almabtrieb ist dann sinnvoll, wenn die Futteraufnahme auf der Alm die Zuwachsraten nicht mehr deckt. Entscheidend sind der Bewuchszustand der Weideflächen und die Kondition der Tiere. Liegt die Bestandeshöhe unter 5 Zentimetern oder zeigen Kühe einen Rückgang der Körperkondition, ist ein Abtrieb anzuraten. Auch die Wasserversorgung auf der Alm muss gesichert sein. In Niederösterreich haben viele Almbauern bereits reagiert: Der frühzeitige Almabtrieb in Niederösterreich wurde vielerorts um zwei bis vier Wochen vorgezogen.
Praktische Schritte beim Almabtrieb
- Kontrollieren Sie die Trittsicherheit der Tiere und planen Sie den Abtrieb in den kühleren Morgenstunden.
- Stellen Sie sicher, dass die Wege und Zäune sicher sind, um Verletzungen zu vermeiden.
- Bereiten Sie die Futterumstellung vor: Bieten Sie nach dem Abtrieb zunächst Heu und wenig Kraftfutter an, um Pansenstörungen zu vermeiden.
Ein frühzeitiger Abtrieb reduziert den Weidedruck und schont die Grasnarbe. Gleichzeitig müssen die Futterreserven im Tal die verlängerte Stallperiode abdecken. Eine Heuernte bei unbeständigem Wetter hat bereits gezeigt, wie wichtig eine sorgfältige Konservierung für die Futterqualität ist.
Kühe verkaufen: Wirtschaftliche Abwägung und Marktlage
Wenn die Futtervorräte nicht ausreichen, kann der Verkauf von Kühen eine betriebswirtschaftlich notwendige Maßnahme sein. Zunächst sollte die Herde kritisch durchforstet werden: Kühe mit geringer Leistung, schlechter Fruchtbarkeit oder hohem Zellzahlgehalt sind Kandidaten für die Schlachtung. Der Verkauf von Schlachtkühen ist derzeit durch einen erhöhten Andrang in den Schlachthöfen geprägt. In Salzburg verzeichnen Schlachthöfe einen duerrebedingten Andrang, was die Preise unter Druck setzt. Eine zeitliche Entzerrung der Abgabe kann helfen, bessere Erlöse zu erzielen.
Alternativen zum Verkauf: Futterzukauf und Bestandsanpassung
- Prüfen Sie den Zukauf von Heu, Silage oder Stroh aus weniger betroffenen Regionen.
- Nutzen Sie Futterberatungsdienste, um die Ration anzupassen und den Bedarf zu senken.
- Erwägen Sie den Verkauf von Absetzkälbern oder Jungrindern, bevor Sie Milchkühe abgeben.
Die Entscheidung für den Verkauf sollte auf einer detaillierten Futterbilanz basieren. Berechnen Sie den Bedarf für den gesamten Winter und vergleichen Sie die Kosten des Futterzukaufs mit den erzielbaren Verkaufserlösen. In Oberösterreich wird die Futterversorgung gemeinsam gesichert, indem regionale Netzwerke den Austausch von Futter ermöglichen.
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Häufige Fragen (FAQ)
- Wann ist ein Almabtrieb wegen Dürre zwingend erforderlich? Ein Abtrieb ist zwingend, wenn die Weideflächen kahl gefressen sind, die Tiere an Gewicht verlieren oder die Wasserversorgung nicht mehr gesichert ist. Spätestens bei einer Bestandeshöhe unter 5 cm sollte der Abtrieb erfolgen.
- Wie wirkt sich der erhöhte Schlachtandrang auf die Preise aus? Durch das erhöhte Angebot an Schlachtkühen sinken die Erzeugerpreise. Eine zeitliche Staffelung der Abgabe kann helfen, Preiseinbrüche zu vermeiden.
- Welche Kühe sollten zuerst verkauft werden? Zuerst sollten Kühe mit geringer Leistung, hoher Zellzahl oder schlechter Fruchtbarkeit abgegeben werden. Auch Kühe, die nicht tragend sind, sind Kandidaten.
- Kann ich Futterzukauf steuerlich absetzen? Futterzukäufe sind als Betriebsausgaben absetzbar. Eine genaue Dokumentation ist erforderlich. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater.
Beitragsbild: Symbolfoto (Pixabay- bzw. Unsplash-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)

