Dürresituation in Oberösterreich: Futterversorgung gemeinsam sichern
Die anhaltende Trockenheit stellt viele viehhaltende Betriebe in Oberösterreich vor große Herausforderungen.
In zahlreichen Regionen werden die Futtervorräte zunehmend knapp. Die für den Monatswechsel angekündigten hohen Temperaturen werden die Situation zusätzlich verschärfen. Um betroffene Betriebe zu unterstützen, bietet die Landwirtschaftskammer Oberösterreich gemeinsam mit dem Maschinenring (MR) und Bio Austria ein Service- und Beratungspaket an. Damit soll die durch die anhaltende Trockenheit entstandene Futterknappheit auf viehhaltenden Betrieben abgefedert werden.
- Kooperationsverträge Ackerbaubetriebe mit Tierhaltern zum Futterzwischenfruchtanbau
- Futterangebote über Futtermittelbörsen
- Verstärktes Nutzungsangebot von Körnermais als Silomais
Kooperation „Zwischenfruchtfeldfutter“
Eine zentrale Maßnahme ist die Vermittlung von Kooperationen zwischen Ackerbaubetrieben und tierhaltenden Betrieben. Dafür stellen die Landwirtschaftskammer Oberösterreich, der Maschinenring und Bio Austria einen standardisierten Kooperationsvertrag für den Anbau von Zwischenfrüchten zur Futternutzung zur Verfügung. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Bio- und konventionell wirtschaftende Betriebe. Betriebe, die Flächen zur Verfügung stellen möchten, sowie tierhaltende Betriebe mit Futterbedarf können sich an ihre regionalen Maschinenringe wenden.
Der tierhaltende Betrieb stellt dabei dem Ackerbaubetrieb das Saatgut kostenlos zur Verfügung. Der Ackerbaubetrieb ist lediglich für den sachgerechten Anbau verantwortlich und stellt die Futterfläche zur Aberntung durch den Tierhalter bzw. MR zur Verfügung. Dabei werden die Regelungen so getroffen, dass der Nutzungszeitpunkt einvernehmlich zwischen den Vertragspartnern festgelegt und die Rückgabe der Flächen an den Ackerbaubetrieb zu einem konkreten Termin garantiert wird. Auch der Nutzungszeitpunkt wird vorab zwischen den Parteien vereinbart. Je nach Situation kann eine einmalige Nutzung im Herbst oder eine zweimalige Nutzung, zusätzlich im folgenden Frühjahr, vorgesehen werden.
Die Landwirtschaftskammer OÖ steht dabei beratend zur Verfügung.
Neben Zwischenfrüchten kann auch Silomais einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Grundfutterversorgung leisten. Ackerbaubetriebe werden daher verstärkt aufgerufen zu prüfen, inwieweit sie ihren Körnermais über die regionalen Maschinenringgeschäftsstellen zur Nutzung als Silomais zur Verfügung stellen können.
Angebote LK OÖ, Maschinenring und Bio Austria
Zusätzlich zur Vermittlung von Flächenkooperationen stehen den Betrieben mehrere kostenlose Plattformen zur Verfügung, auf denen Futter angeboten oder gesucht werden kann. Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt zwischen Anbieter und Interessent.
Einzelbetriebliche Maßnahmen
Zwischenfrüchte und Feldfutter nutzen: Betriebe mit Futterengpässen können auch auf betrieblicher Ebene Maßnahmen setzen, um ihre Grundfutterversorgung zu verbessern. So können Zwischenfrüchte und Feldfutterbestände einen wertvollen Beitrag zur Überbrückung von Futterlücken leisten, sofern geeignete Flächen vorhanden sind.
Nähere Informationen dazu siehe auf den Seiten 18 und 19.
Maßnahmen im Dauergrünland: Die Kombination aus hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen hat vielerorts zu erheblichen Schäden im Dauergrünland geführt. Zahlreiche Betriebe berichten von lückigen Beständen und deutlichen Ertragseinbußen. Gleichzeitig bietet die aktuelle Situation die Möglichkeit, Grünlandbestände gezielt weiterzuentwickeln und langfristig widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden zu machen.
Insbesondere auf Flächen mit einem hohen Anteil an Gemeiner Rispe oder Bastardraygras sollte eine Grünlandsanierung beziehungsweise Nachsaat geprüft werden. Ziel ist es, trockenheitstolerantere Arten im Bestand zu etablieren.
Für Nachsaaten ist ausreichend Bodenfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum erforderlich. Daher sollte mit entsprechenden Maßnahmen nach Möglichkeit noch bis zumindest Mitte August zugewartet werden.
