Futterbilanz

Die Futterbilanz ist ein betriebswirtschaftliches und agrartechnisches Instrument zur mengen- und nährstoffmäßigen Gegenüberstellung des gesamten Futteraufkommens und des Futterbedarfs in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Jahresverlauf. Sie umfasst sowohl die betriebseigene Futtererzeugung aus Grünland, Ackerfutterbau und Koppelprodukten als auch zugekaufte Futtermittel. Der Futterbedarf leitet sich aus dem Tierbestand, den Leistungsparametern (Milchleistung, Zuwachsraten) und den Erhaltungsbedarfen der jeweiligen Tierkategorien ab. Die Bilanz dient der Sicherstellung einer bedarfsgerechten, leistungsorientierten und zugleich ressourceneffizienten Fütterung sowie der Vermeidung von Nährstoffüberschüssen.

Rechtlich wird die Futterbilanz im Kontext der Düngeverordnung (DüV) und des ÖPUL 2023 (ab 2026 in der laufenden Programmperiode) relevant, da sie als Grundlage für die Nährstoffbilanz nach § 8 DüV dient. Eine schlüssige Futterbilanz ist Voraussetzung für die korrekte Ermittlung der Wirtschaftsdüngeranfallmengen und die Einhaltung der Obergrenzen für Stickstoff- und Phosphorausbringung. Die Erstellung erfolgt standardisiert nach den gültigen Berechnungsmethoden der DLG oder der Landesanstalten, wobei Flächen- und Tierbestandsdaten aus der INVEKOS-Meldung mit standardisierten Futteraufnahme- und Ertragswerten verrechnet werden. Eine negative Futterbilanz weist auf einen Zukaufbedarf hin, eine positive auf Futterüberschüsse, die konserviert oder alternativ verwertet werden können.