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Milchleistung in der EU: Produktivität steigt trotz sinkender Kuhzahlen um 22 Prozent - dairy cow milking

Milchleistung in der EU: Produktivität steigt trotz sinkender Kuhzahlen um 22 Prozent

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Die Milchproduktion in der Europäischen Union erlebt einen bemerkenswerten Wandel: Während die Zahl der Milchkühe kontinuierlich abnimmt, steigt die Milchleistung pro Tier rasant an. Laut aktuellen Daten der AgrarMarkt Austria (AMA) und Prognosen für 2025 wird die durchschnittliche Milchleistung je Kuh im Jahr 2026 voraussichtlich bei 8.359 Kilogramm liegen – ein Plus von rund 22 Prozent oder 1.500 Kilogramm gegenüber 2016. Gleichzeitig sinkt der Kuhbestand: Für 2025 werden nur noch 18,8 Millionen Milchkühe erwartet, ein Rückgang von 13 Prozent im Vergleich zu 2016. Die Gesamtmilchmenge steigt dennoch auf 158,3 Millionen Tonnen, ein Plus von 7 Prozent.

Leistungssprung: Von 6.831 auf 8.359 kg je Kuh

Die durchschnittliche Milchleistung je Kuh ist in den letzten zehn Jahren massiv gestiegen. Während eine Milchkuh im Jahr 2016 im Schnitt 6.831 kg Milch lieferte, gehen Analysten für 2026 bereits von 8.359 kg aus. Das entspricht einem Leistungszuwachs von rund 1.500 kg je Kuh oder 22 Prozent innerhalb einer Dekade. Besonders deutlich wird der Trend in den Spitzenreiter-Ländern: Dänemark, Finnland und Estland erzielten 2024 Jahresleistungen von über 10.000 kg je Kuh. Österreich liegt mit 7.100 kg im Mittelfeld, während Rumänien und Bulgarien mit 3.500 bzw. 4.700 kg die niedrigsten Erträge melden. Diese Unterschiede sind laut AMA vor allem auf verschiedene Produktionssysteme zurückzuführen.

Weniger Kühe, mehr Milch: Effizienz oder Belastungsgrenze?

Der Trend zu weniger, aber leistungsstärkeren Kühen wirft Fragen auf. Einerseits zeigt sich eine beeindruckende Effizienzsteigerung: Die Milchproduktion wächst, obwohl der Kuhbestand schrumpft. Andererseits warnen Kritiker vor den Folgen für das Tierwohl. „Diese Turbo-Kühe können ihr Euter kaum noch tragen“, lautet ein häufiger Vorwurf. Tatsächlich sind hohe Milchleistungen mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen, Euterentzündungen und Fruchtbarkeitsproblemen verbunden. Experten weisen darauf hin, dass die genetische Selektion und verbesserte Fütterung die Leistung treiben, aber auch die Grenzen der Belastbarkeit der Tiere erreicht werden könnten. Die Debatte um Tierwohl und nachhaltige Produktion gewinnt damit an Brisanz.

Regionale Unterschiede und Systemfragen

Die Spannweite der Milchleistung in der EU ist enorm: Während Spitzenreiter wie Dänemark über 10.000 kg je Kuh erzielen, liegen Länder wie Rumänien bei unter 4.000 kg. Dies spiegelt unterschiedliche Produktionssysteme wider – von hochtechnisierten Ställen mit intensiver Fütterung bis hin zu extensiver Weidehaltung. In Österreich, wo die Milchleistung bei 7.100 kg liegt, spielen sowohl die Grünlandwirtschaft als auch die Bergregionen eine Rolle. Die AMA betont, dass die Gesamtmilchmenge 2025 auf 158,1 Millionen Tonnen steigen wird, wovon 94 Prozent an Molkereien geliefert werden. 2,7 Millionen Tonnen fließen in die Fütterung der Nachzucht, 6,7 Millionen Tonnen werden direkt am Hof vermarktet oder für die menschliche Ernährung genutzt. Die Frage, ob der eingeschlagene Weg der Hochleistungszucht langfristig tragfähig ist, bleibt offen – und wird die Branche weiter beschäftigen.

Bildquelle: Pixabay (Unter der freien Pixabay-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)

Ama, EU-Milchproduktion, Kuhbestand, Milchleistung, Tierwohl