Türkische Agrarproduktion erreicht historischen Höchststand
Die Türkei hat nach Angaben des türkischen Statistikinstituts TÜİK im Jahr 2025 einen neuen Rekord bei der Agrarproduktion erzielt. Mit einem Produktionswert von rund 1,3 Billionen Türkischen Lira (etwa 35 Milliarden Euro) übertraf das Land die Vorjahresmarke um knapp 10 Prozent. Dieser Erfolg ist das Ergebnis gezielter staatlicher Förderprogramme und einer Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe.
Wachstumstreiber: Getreide, Obst und Gemüse
Besonders starke Zuwächse verzeichneten die Bereiche Getreide, Obst und Gemüse. Die Weizenernte stieg um 8 Prozent auf rund 21 Millionen Tonnen, während die Produktion von Tomaten, Zitrusfrüchten und Nüssen ebenfalls deutlich zulegte. Laut TÜİK trugen verbesserte Bewässerungssysteme, der Einsatz von Hochleistungssaatgut und eine bessere Schädlingsbekämpfung zu diesem Erfolg bei. Die türkische Regierung hat in den letzten Jahren massiv in die landwirtschaftliche Infrastruktur investiert, darunter in Staudämme und Bewässerungskanäle, um die Abhängigkeit von Niederschlägen zu verringern.
Exportoffensive und Marktzugang
Die gesteigerte Produktion ermöglicht der Türkei, ihre Exporte auszuweiten. Insbesondere in den Nahen Osten, nach Nordafrika und nach Europa liefert das Land vermehrt Agrarerzeugnisse. Die EU bleibt mit einem Anteil von rund 30 Prozent der türkischen Agrarexporte der wichtigste Abnehmer. Allerdings kritisieren europäische Landwirte zunehmend die Konkurrenz aus der Türkei, die von niedrigeren Produktionsstandards und geringeren Lohnkosten profitiert. Experten weisen darauf hin, dass die türkische Landwirtschaft trotz des Rekords vor strukturellen Herausforderungen steht, darunter die Zersplitterung der Betriebe und der Wassermangel in einigen Regionen.
Bewertung und Ausblick
Der Rekord zeigt die wachsende Bedeutung der Türkei als Agrarproduzent. Für die heimische Landwirtschaft in Österreich und Deutschland bedeutet dies steigenden Wettbewerbsdruck, insbesondere bei Obst, Gemüse und Nüssen. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen für Kooperationen, etwa bei der Bewässerungstechnik oder der Saatgutforschung. Die türkische Regierung plant, die Produktion bis 2030 weiter zu steigern, vor allem durch den Ausbau der Bewässerungsflächen und die Förderung von Agrartechnologie. Ob dies gelingt, hängt auch von der politischen Stabilität und den Klimabedingungen ab.
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