ÖBB-Züge fahren künftig mit Strom aus Agri-Photovoltaik
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) setzen auf erneuerbare Energie aus der Landwirtschaft: Ab sofort werden Züge mit Strom aus einer Agri-Photovoltaik-Anlage betrieben. Das berichtet der ORF Burgenland. Die Anlage verbindet Stromproduktion mit landwirtschaftlicher Nutzung und könnte ein Modell für die Zukunft sein.
Agri-PV: Doppelte Nutzung von Ackerflächen
Die Agri-Photovoltaik-Anlage, die den ÖBB-Strom liefert, steht auf einem Acker im Burgenland. Unter den erhöht montierten Solarmodulen wird weiterhin Landwirtschaft betrieben – etwa der Anbau von Getreide oder Klee. Diese Doppelnutzung von Flächen gilt als Schlüsseltechnologie, um die Flächenkonkurrenz zwischen Energieerzeugung und Nahrungsmittelproduktion zu entschärfen. Laut Betreiberangaben können die Module so ausgerichtet werden, dass sie genug Licht für die Pflanzen durchlassen. Experten sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Energiewende, ohne wertvolle Agrarflächen zu versiegeln.
Vorteile für Landwirte und Klima
Für Landwirte bietet Agri-PV eine zusätzliche Einkommensquelle: Sie erhalten Pachtzahlungen für die Flächen oder können selbst Betreiber der Anlage werden. Gleichzeitig schützt die Überdachung die Kulturen vor extremen Wetterereignissen wie Hagel oder starker Sonneneinstrahlung. Die ÖBB können so ihren Ökostrom-Anteil erhöhen und die Klimaziele im Verkehrssektor vorantreiben. Kritiker weisen jedoch auf die hohen Investitionskosten und die noch unzureichende Förderkulisse hin. Zudem müsse die Vereinbarkeit mit der landwirtschaftlichen Praxis in jedem Einzelfall geprüft werden.
Zukunftsperspektive für die Landwirtschaft
Das Projekt im Burgenland zeigt, wie Agri-Photovoltaik in der Praxis funktionieren kann. Die ÖBB planen, den Anteil erneuerbarer Energien im Bahnstrom weiter auszubauen. Für die Landwirtschaft eröffnet sich ein neues Geschäftsfeld, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sein kann. Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich die Technologie flächendeckend durchsetzt – die Rahmenbedingungen müssen dafür noch verbessert werden.
Bildquelle: Pixabay (Unter der freien Pixabay-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)
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