Bayerische Bauern fordern Aussetzung der EU-Naturwiederherstellungsverordnung
Die Diskussion um die EU-Naturwiederherstellungsverordnung erreicht einen neuen Höhepunkt. In Bayern fordern Landwirte nun ein sofortiges Aussetzen des umstrittenen Gesetzespakets. Die Verordnung, die von der EU-Kommission als zentraler Baustein des Green Deals präsentiert wurde, sieht verbindliche Ziele zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme vor – unter anderem auf landwirtschaftlichen Flächen. Doch die Bauern sehen ihre Existenzgrundlage bedroht.
Widerstand aus der Praxis
Der Bayerische Bauernverband hat sich klar positioniert: Die Verordnung sei in ihrer jetzigen Form nicht umsetzbar. „Die Auflagen würden zu massiven Produktionseinschränkungen führen“, heißt es aus Verbandskreisen. Besonders kritisch sehen die Landwirte die geplanten Vorgaben für Moorböden und Grünland. Diese müssten laut Verordnung renaturiert werden, was einer Nutzungseinschränkung gleichkomme. „Wir können nicht gleichzeitig mehr Klimaschutz und mehr Naturschutz fordern, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu gefährden“, so ein Sprecher. Die Forderung: Die Verordnung solle ausgesetzt und grundlegend überarbeitet werden.
Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie
Die Debatte offenbart einen grundlegenden Zielkonflikt. Während Umweltschutzverbände die Verordnung als „historische Chance für die Biodiversität“ bezeichnen, warnen Agrarökonomen vor „erheblichen Einkommensverlusten“ für die Betriebe. Laut einer Studie des Thünen-Instituts könnten die Auflagen zu Flächenverlusten von bis zu 15 Prozent in bestimmten Regionen führen. „Das wäre für viele Höfe das Aus“, befürchtet ein Landwirt aus Oberbayern. Die EU-Kommission hingegen betont, dass die Verordnung „flexible Umsetzungsmöglichkeiten“ vorsehe und die Landwirtschaft nicht einseitig belaste. Doch die Praxis sieht anders aus: „Die Bürokratie ist schon jetzt enorm“, klagt ein Milchviehhalter aus dem Allgäu. „Jede weitere Vorschrift ist ein Schritt in die falsche Richtung.“
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