Header monbile

Esch-Technik – Verkaufsberater Agrar
Futtervorrat berechnen

Futtervorrat berechnen: Maissilage bis zum Weideaustrieb

Wer den Futtervorrat berechnen will, braucht drei Größen: den verbleibenden Silobestand in Tonnen Trockenmasse, den täglichen Bedarf der Herde und die Zahl der Fütterungstage bis zum Weideaustrieb. Eine Schätzung nach Augenmaß reicht dafür nicht. Erst eine nachvollziehbare Rechnung zeigt rechtzeitig, ob die Maissilage reicht oder ob Zukauf und Rationsanpassung zu planen sind. Betriebe ohne Weidegang setzen statt des Weideaustriebs die Fütterungstage bis zur nächsten Maisernte an.

Anzeige

Silobestand in Trockenmasse ermitteln

Ausgangspunkt ist das noch vorhandene Silagevolumen. Beim Fahrsilo wird die verbleibende Länge mit der Breite und der mittleren Höhe multipliziert. Die Höhe sollte an mehreren Stellen gemessen werden, da Silostöcke zu den Rändern hin abfallen.

Das Volumen allein sagt wenig. Entscheidend ist die Lagerungsdichte, die bei gut verdichteter Maissilage je nach Trockenmassegehalt im Bereich von etwa 230 bis 270 kg Trockenmasse je Kubikmeter liegt. Locker verdichtete Bereiche liegen deutlich darunter. Wer sichere Werte braucht, lässt eine Grundfutteranalyse durchführen, die den Trockenmassegehalt und die Energiekonzentration angibt.

Anzeige
  • Volumen: Restlänge × Breite × mittlere Höhe in m³
  • Trockenmasse: Volumen × Lagerungsdichte in kg TM/m³
  • Verlustabschlag: rund 10 bis 15 Prozent für Anschnitt-, Nacherwärmungs- und Randverluste bei gutem Silomanagement; bei geringem Vorschub oder schlechter Verdichtung deutlich mehr

Tagesbedarf der Herde kalkulieren

Der Bedarf richtet sich nach der Ration. Eine Milchkuh nimmt je nach Leistung und Laktationsstadium rund 18 bis 24 kg Trockenmasse täglich auf. Welcher Anteil davon auf Maissilage entfällt, legt der Rationsplan fest. Trockensteher, Kalbinnen und Jungvieh werden getrennt erfasst, da sie oft mit geringerem Maisanteil gefüttert werden. Als Orientierung nehmen Trockensteher mindestens rund 13 kg TM je Tag auf (DLG 2025). Wer in GVE rechnet, findet den Umrechnungsschlüssel im Lexikon unter GVE.

Rechenbeispiel für einen Milchviehbetrieb

Ein Betrieb füttert 50 Kühe mit je 9 kg TM Maissilage pro Tag. Das ergibt 450 kg TM täglich. Bis zum geplanten Weideaustrieb verbleiben 170 Fütterungstage, der Bedarf liegt damit bei 76,5 t TM.

Im Fahrsilo sind noch 45 m Länge bei 4 m Breite und 2,0 m mittlerer Höhe vorhanden. Das entspricht 360 m³. Bei 250 kg TM/m³ ergeben sich 90 t TM, nach 10 Prozent Verlustabschlag 81 t. Der Vorrat deckt den Bedarf von 76,5 t mit einer Reserve von 4,5 t, das sind rund zehn Fütterungstage und damit weniger als die empfohlenen zwei bis vier Wochen. Gleichzeitig lässt sich der Vorschub prüfen: 450 kg TM je Tag sind bei 250 kg TM/m³ 1,8 m³, auf 8 m² Anschnittfläche also 22 cm je Tag oder 1,6 m je Woche.

Vorschub und Silagequalität beachten

Die Rechnung gilt nur bei stabiler Silagequalität. Ein ausreichender Vorschub von im Winter mindestens etwa 1,5 m pro Woche begrenzt die Nacherwärmung. Wird der Vorschub durch eine reduzierte Ration zu gering, steigen die Verluste und der kalkulierte Bestand schrumpft. Eine glatte Anschnittfläche mit Blockschneider oder Fräse wirkt dem entgegen.

Optionen bei absehbarer Futterlücke

Zeigt die Kalkulation ein Defizit, sollte frühzeitig reagiert werden. Kurzfristige Umstellungen belasten die Pansenflora und die Grundfutterleistung.

Anzeige
  • Anteil der Grassilage oder des Heus in der Ration erhöhen
  • Maissilage zukaufen, sofern regional verfügbar
  • Nebenprodukte wie Pressschnitzel oder Biertreber einsetzen
  • Energieausgleich über Körnermais, CCM oder Feuchtmais
  • Bestandsgröße durch Abgabe unproduktiver Tiere anpassen

Bei energiereichen Ergänzungen lohnt ein Kostenvergleich. Welche Aufwendungen bei Trocknung und Feuchtkonservierung entstehen und ab wann sich eine Lohntrocknung rechnet, behandelt der Ratgeber zum Thema Körnermais trocknen oder feucht einlagern.

Technik für die Futtervorlage

Bei Rationsumstellungen mit mehreren Komponenten gewinnt der Futtermischwagen an Bedeutung. Worauf es bei Größe, Mischsystem und Gebrauchtkauf ankommt, steht im Ratgeber Futtermischwagen kaufen; aktuelle Angebote gibt es in der Kategorie Futtermischwagen gebraucht.

Die Vorratsrechnung sollte im Winter monatlich wiederholt werden. Abweichungen zwischen Plan und tatsächlichem Verbrauch werden so früh sichtbar, und Rationsanpassungen lassen sich schrittweise und tierverträglich umsetzen. Fütterungsberater der Landwirtschaftskammern unterstützen bei der Rationsberechnung.

Gebrauchte Futtermischwagen auf Bauernnetzwerk.at

Du brauchst Technik für die Futtervorlage? Hier findest du aktuelle Kleinanzeigen für Futtermischwagen und Siloentnahmegeräte von Händlern und Landwirten.

Jetzt Angebote in den Kleinanzeigen ansehen

Häufige Fragen (FAQ)

  • Mit welcher Lagerungsdichte wird bei Maissilage gerechnet? Gut verdichtete Maissilage erreicht häufig etwa 230 bis 270 kg TM je m³. Für genaue Werte empfiehlt sich eine Messung oder Analyse.
  • Wie hoch sollte der Verlustabschlag angesetzt werden? Üblich sind rund 10 bis 15 Prozent, abhängig von Verdichtung, Abdeckung und Vorschub.
  • Wie groß sollte der Vorschub im Winter sein? Als Orientierung gilt ein Vorschub von mindestens etwa 1,5 m pro Woche, um Nacherwärmung zu begrenzen.
  • Wie viel Reserve ist sinnvoll? Eine Reserve für zwei bis vier Wochen fängt einen verspäteten Weideaustrieb ab.

Beitragsbild: Symbolfoto (Pixabay- bzw. Unsplash-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)

Anzeige

Mehr aus Ratgeber & Wissen

Mehr lesen: Alle RatgeberAgrar-WissenAgrar-Rechner

Anzeige
Anzeige