Steirische Maroni: Ernte stabil, heimische Produktion deckt Bedarf nur teilweise
Die Maroni-Ernte in der Steiermark hat begonnen. Nach Angaben der ARGE Zukunft Edelkastanie wird die heimische Produktion trotz der widrigen Witterungsbedingungen des Sommers rund 200 Tonnen erreichen und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Gesamtbedarf lässt sich mit dieser Menge allerdings bei weitem nicht abdecken.
Trockenheit hinterlässt Spuren in den Anlagen
Der extreme Sommer hat in den Edelkastanienanlagen deutliche Auswirkungen hinterlassen. In besonders trockenen Gebieten fehlte nach Angaben von Johannes Schantl, Obmann der ARGE Zukunft Edelkastanie, bis zu 40 Prozent des Niederschlags. Die Folge sind kleinere Früchte. Geschmacklich und qualitativ werden die Kastanien dennoch als hochwertig eingestuft – sie zeichnen sich durch einen süßen Geschmack aus. Auf Standorten mit ausreichender Wasserversorgung oder Böden mit besserer Wasserhaltefähigkeit fällt der Unterschied dagegen gering aus.
Erntemenge stabil, Bedarf bleibt ungedeckt
Die erwartete Erntemenge von rund 200 Tonnen entspricht in etwa dem Vorjahresergebnis. Für den steirischen Markt reicht sie jedoch nicht aus. Wie Schantl erläutert, wird weiterhin in großem Umfang importiert:
- 1.700 Tonnen frische Kastanien wurden im Jahr 2025 importiert
- 780 Tonnen verarbeitete Kastanien kamen ebenfalls aus dem Ausland
Ein erheblicher Teil der Ware, die in den Städten angeboten wird, stammt damit aus Importen. Das gilt insbesondere für die Maronistandln, wo ein Viertel heuer erstmals bis zu 4,50 Euro kostet. Die heimische Ernte wird dagegen überwiegend direkt vermarktet – etwa im Herbst als frische Kastanien und Sturm sowie als Kastanienbraten auf Festen.
Preise für heimische Ware bleiben stabil
Trotz der kleineren Früchte wollen die heimischen Kastanienbauern die Preise heuer nicht anheben. Die Produzenten, mit denen Schantl zu tun hat, haben zugesagt, die Preise auf dem Vorjahresniveau zu halten. Je nach Größe der Früchte bedeutet das zwischen sechs und neun Euro pro Kilo. Diese Preisstabilität gilt für die direkt vermarktete heimische Ware, nicht für importierte Kastanien an den städtischen Verkaufsständen.
Anbaufläche wächst, Erträge folgen später
Die heimische Produktion befindet sich im Aufbau. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anbaufläche auf rund 160 Hektar verdreifacht. Viele Bäume sind jedoch noch jung und werfen entsprechend geringe Erträge ab. Mit höheren Erntemengen rechnet Schantl deshalb erst in den kommenden Jahren. Bis dahin bleibt die Steiermark auf Importe angewiesen, um den Bedarf zu decken.
Die Entwicklung der Edelkastanienproduktion reiht sich in ein Muster ein, das heuer auch andere steirische Kulturen betrifft: Trockenheit und Hitze setzen den Steirische Käferbohnen ebenso zu wie dem Kürbisanbau, wo Hitze und Trockenheit die Kernöl-Ernte schrumpfen lassen. Für die Kastanienbauern bleibt die Hoffnung auf bessere Niederschlagsverteilung in den kommenden Jahren, wenn die jungen Bäume in den Vollertrag kommen.
Ursprüngliche Meldung/Quelle: steiermark.orf.at
Bildquelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)

