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Pilzmangel: Trockenheit treibt Preise und zwingt Gastronomie zu Importen - dry forest mushrooms

Pilzmangel: Trockenheit treibt Preise und zwingt Gastronomie zu Importen

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Der Pilzmangel in Kärnten ist dieses Jahr eklatant. Die anhaltende Trockenheit hat die heimischen Wälder in eine Schwammerl-Wüste verwandelt. Wer am Benediktinermarkt in Klagenfurt frische Eierschwammerl oder Steinpilze sucht, findet sie nur an wenigen Ständen – und wenn doch, dann zu Preisen, die den Gaumen erschaudern lassen.

Ernüchternde Ausbeute für Pilzsucher

Die Suche nach den begehrten Pilzen wird zur Geduldsprobe. Der langjährige Händler Helmut Rainer schildert die Lage eindringlich: „Teilweise machst du eine Runde, kommst heim, bist den ganzen Tag unterwegs und hast mehr Benzin verbraucht als Schwammerl gefunden. Das war heuer etliche Male so.“ Diese Worte machen die Verzweiflung der Sammler greifbar, die oft stundenlang durch die Wälder streifen und doch nur magere Beute einheimsen.

Preisexplosion und Importe aus dem Osten

Die Verknappung schlägt sich direkt auf die Konsumenten nieder. Der Marktpreis für ein Kilo Eierschwammerl hat sich binnen weniger Jahre auf rund 50 Euro verdoppelt. Beim Großhandel liegen die Preise immerhin noch bei 15 bis 20 Euro pro Kilo, wie Stefan Sternath, Gastronomiesprecher in der Wirtschaftskammer, erklärt. Ein Blick in die Supermarktregale zeigt jedoch die Konsequenz: Dort stammen die Schwammerl längst nicht mehr aus Österreich, sondern aus Serbien, Litauen, Rumänien und der Ukraine. Die heimische Gastronomie muss sich also mit Importen behelfen, was nicht nur die Wertschöpfung im Land schwächt, sondern auch die Spur belastet.

Klimawandel verschiebt die Pilzsaison

Die Wissenschaft sieht klare Zusammenhänge mit dem Klimawandel. Die Pilzexpertin Irmgard Krisai-Greilhuber von der Universität Wien beobachtet eine deutliche Verschiebung der Saison: „Es gibt immer weniger Frosttage. Der Frost beendet das Pilzwachstum. Das heißt, nach hinten zu wird die Pilzsaison länger und sie beginnt auch wesentlich früher, weil wir früher frostfrei sind. Dann kommt es dazu, dass wir im Sommer immer stärkere Hitzeentwicklungen haben. Das heißt, wo früher im Juli und August vor allem im Gebirge die Pilze gewachsen sind, haben wir jetzt das große trockene Sommerloch.“ Diese Analyse zeigt: Es könnte künftig zwei Saisonen geben – eine im späten Frühjahr und eine im Herbst, während der Hochsommer zur pilzfreien Zone wird.

Anpassungsdruck für Gastronomie und Handel

Für Gastronomie und Handel bedeutet das ein Umdenken. Anstatt sich an den traditionellen Erntezeiten zu orientieren, müssten sie ihre Einkäufe künftig flexibler planen und verstärkt auf den Herbst setzen. Doch die Importe aus Ost- und Südosteuropa sind ein zweischneidiges Schwert: Sie sichern zwar das Angebot, machen aber deutlich, dass die heimische Selbstversorgung bröckelt. Der Pilzmangel wird damit zu einem Gradmesser für die Auswirkungen des Klimawandels auf die regionale Lebensmittelproduktion.

Bis sich die Natur angepasst hat, werden die Händler weiterhin mühevoll nach den gelben und braunen Schätzen suchen. Die besten Fundstellen gibt Helmut Rainer allerdings nicht preis – denn diese zu verraten, „komme fast einem Betrug an seiner Frau gleich“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Eine Haltung, die man angesichts der leeren Körbe durchaus nachvollziehen kann.

Bildquelle: Pixabay (Unter der freien Pixabay-Lizenz verifiziert für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung)

Kärnten, Klimawandel, Pilze, Trockenheit