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Schaf Ananas: Bewilligung für Kettenhemden-Test in Wolfsgehege beantragt

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Ein ungewöhnlicher Fall beschäftigt die Bezirkshauptmannschaft Hermagor: Ein Gailtaler Erfinder hat sein Schaf namens Ananas mit einem Kettenhemd ausgestattet, um es vor Wolfsangriffen zu schützen. Die Behörde sieht darin einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, während der Erfinder und sein Anwalt Ulrich Salburg auf die massive Bedrohung der Nutztiere durch Wölfe verweisen. Der Fall könnte nun zu einem Praxistest in einem Wolfsgehege führen.

Der Konflikt: Tierschutz vs. Herdenschutz

Das Korsett mit Gummizapfen soll verhindern, dass der Wolf seine Zähne in den Körper des Schafs schlagen kann. Laut Bezirkshauptmannschaft verstoße das Kettenhemd jedoch gegen das Tierschutzgesetz, weil dem Schaf Schmerzen zugefügt werden oder es in Angst versetzt wird oder leiden muss. Zudem sei das Tier in seinen Sozialkontakten eingeschränkt. Anwalt Salburg widerspricht: „Wir haben klar geantwortet, dass das Kettenhemd sehr leicht und luftdurchlässig ist und dem Schaf keine Schmerzen verursacht. Das Schaf hat das Kettenhemd sehr gut aufgenommen.“ Er argumentiert, dass ein effizienter Schutz gegen Wölfe selbst eine kleine Einschränkung der Bewegungsfreiheit rechtfertige, da das Interesse des Schafs, nicht gefressen zu werden, höher wiege.

Der Praxistest: Ein Schaf im Wolfsgehege

Salburg hat bei der Bezirkshauptmannschaft die Einholung eines tierphysiologischen Gutachtens beantragt, um zu belegen, dass das Kettenhemd keinen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Der nächste Schritt wäre ein konkreter Praxistest: „Nämlich ein Schaf mit Kettenhemd in einem Wolfsgehege auszusetzen, um zu beweisen, dass das Kettenhemd funktioniert“, so Salburg. Sein Mandant habe bereits beim Ministerium eine Bewilligung für diesen Test beantragt. Die Behörde wartet nun auf die Gutachten, bevor über den möglicherweise blutigen Test entschieden wird.

Hintergrund: Die Wolfssituation in Kärnten

Die Debatte um den Wolf ist in Kärnten besonders aufgeheizt. In den vergangenen Jahren gab es eine vierstellige Zahl an Nutztierrissen, was bei Weidetierhaltern Existenzängste auslöst. Während Naturschützer auf den strengen Schutz des Wolfs durch die EU-FFH-Richtlinie verweisen, fordern Bauern effektivere Schutzmaßnahmen und erleichterte Abschussmöglichkeiten. Der Fall des Kettenhemds zeigt die Verzweiflung der Tierhalter, die nach neuen Wegen suchen, ihre Herden zu schützen. Ob die Behörde den Praxistest genehmigt, bleibt abzuwarten – das Schaf Ananas könnte zum Symbol für den Konflikt zwischen Tierschutz und Herdenschutz werden.

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