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Lese

Die Lese bezeichnet im Wein- und Obstbau den Vorgang der Ernte der reifen Früchte, insbesondere der Weintrauben. Sie stellt den Abschluss der Vegetationsperiode dar und ist der zentrale Schritt zur Gewinnung des Leseguts. Der Zeitpunkt der Lese wird primär durch den Reifegrad der Früchte bestimmt, welcher anhand von Parametern wie dem Zuckergehalt (Mostgewicht, gemessen in Grad Oechsle oder KMW), dem Säuregehalt und dem Aromaprofil beurteilt wird. Die Durchführung erfolgt entweder manuell durch den Einsatz von Lesehelfern oder maschinell mittels Traubenvollerntern. Die Wahl der Methode hängt von Faktoren wie der Hangneigung, der Rebflächengröße, der gewünschten Weinqualität und den betriebswirtschaftlichen Kosten ab. Die manuelle Lese ermöglicht eine selektive Ernte, bei der nur gesunde und vollreife Trauben gelesen werden können, während die maschinelle Lese eine höhere Flächenleistung pro Zeiteinheit erzielt. Die gesetzlichen Regelungen zur Lese, wie etwa der Beginn der Weinlese, werden in Österreich und Deutschland durch die jeweiligen Landesweinbaubehörden festgelegt, um eine Mindestreife zu gewährleisten. Die Lese ist ein zentraler, nicht delegierbarer Arbeitsschritt, der die Grundlage für die gesamte weitere Verarbeitung und die spätere Produktqualität bildet.