Bio-Landwirtschaft in Salzburg: Hoher Betriebsanteil trifft auf angespannte Futterlage
Salzburg behauptet seine Spitzenposition in der österreichischen Bio-Landwirtschaft. Im Bundesland bewirtschaften mehr als 3.500 Betriebe ihre Flächen biologisch, das ist annähernd die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe. Die guten Strukturzahlen können eine Sorge jedoch nicht überdecken: Nach dem Hitzesommer ist das Futter auf vielen Bio-Höfen weiterhin knapp.
Salzburg als Bio-Vorreiter in Österreich
Salzburg gilt als Österreichs Vorreiter in der Bio-Landwirtschaft. Die aktuellen Zahlen im Überblick:
- Über 3.500 Bio-Betriebe in Salzburg
- Knapp 50 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Land wirtschaften biologisch
- Rund 13 Prozent Bio-Anteil im österreichischen Lebensmittelhandel laut Agrarmarkt Austria
Winterfutter bleibt ein Engpass
Futtermittel sind derzeit in der gesamten Landwirtschaft knapp. Für Bio-Betriebe ist die Lage noch schwieriger, weil sie auf Futter aus biologischer Erzeugung angewiesen sind und entsprechende Ware schwerer zu finden ist. Die Wiesen sind nach der Trockenheit zwar wieder grün, für die Stallperiode im Winter bleibt die Versorgung aber angespannt. Bio-Austria-Geschäftsführer Andreas Schwaighofer verweist darauf, dass der kommende Winter viele Bio-Landwirte weiter vor Herausforderungen stellt.
Ausstiege nach Kürzungen im ÖPUL
In den vergangenen Jahren haben einige Betriebe die Bio-Landwirtschaft verlassen und auf konventionelle Bewirtschaftung umgestellt. Ein Grund dafür waren unter anderem geringere Förderungen für Bio-Betriebe im Agrarumweltprogramm ÖPUL, dem Österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft. Laut Schwaighofer ist dieser Trend inzwischen jedoch wieder rückläufig.
Hofübernehmer setzen verstärkt auf Bio
Impulse erwartet der Bio-Austria-Geschäftsführer vor allem vom Generationenwechsel. Sobald Hofübernehmer zum Zug kommen, steigen sie nach seiner Darstellung wieder häufiger in die biologische Wirtschaftsweise ein. Parallel laufen bereits die Verhandlungen über die nächste ÖPUL-Periode. Ziel ist, den Wiedereinstieg in die Bio-Landwirtschaft attraktiver zu machen.
Absatz im Handel auf Rekordniveau
Am Markt sieht Schwaighofer keine Hürde. „Der Absatz ist einfach gegeben“, hält er fest. Die Konsumzahlen stützen diese Einschätzung: Der Bio-Anteil im Lebensmittelhandel ist so hoch wie nie zuvor. Für biologisch wirtschaftende Betriebe bedeutet das eine stabile Nachfrage, während die Erzeugungsseite mit Futterknappheit und offenen Förderfragen ringt.
Ausblick auf die kommende Förderperiode
Für die Salzburger Bio-Landwirtschaft ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Die Zahl der Betriebe und die Nachfrage der Konsumenten sind hoch, die Futterversorgung über den Winter bleibt hingegen angespannt. Wie sich der Bio-Anteil künftig entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie die nächste ÖPUL-Periode ausgestaltet wird und ob die junge Generation den Schritt in die biologische Wirtschaftsweise geht.
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