Most und Apfelsaft pressen lassen: Ablauf, Kosten und Anbieter in Österreich 2026
Wenn du dein Obst nicht selbst verarbeiten willst, übernimmt das eine Lohnpresse: waschen, mahlen, pressen und auf Wunsch pasteurisieren und abfüllen. Anbieter sind Obstbaubetriebe mit eigener Presse und mobile Saftpressen, die von Ort zu Ort fahren. Die Anmeldung läuft teils über den Maschinenring.
Ein Wort zum Begriff: In Österreich bezeichnet „Most“ den vergorenen Obstwein. Was du frisch aus der Presse mitnimmst, ist Saft, auch Süßmost genannt.
Saison und Termine
Die Pressen arbeiten ab dem späten August bis etwa Anfang November, genaue Tage legt jeder Anbieter selbst fest. Termine sind in guten Obstjahren schnell vergeben, melde dich deshalb früh an.
- Mindestmengen sind sehr unterschiedlich: Manche mobile Pressen nehmen jede Menge an, andere pressen erst ab 100 oder 200 Kilogramm. Frag vorher nach.
- Das Obst muss frisch, reif und unverletzt sein, ohne Fäulnis, Erde, Laub und Äste. Manche Anbieter nehmen kein Schüttelobst.
Was es kostet
Feste Marktpreise gibt es nicht, jede Presse hat ihre eigene Preisliste. Zwei Beispiele aus Österreich, abgerufen im September 2026:
- Mobile Presse „Ihr Saftmacher“ (Oberösterreich und Salzburg): pasteurisiert in der 5-Liter-Box 1,10 Euro je Liter bis 100 Liter, 0,86 Euro je Liter ab 500 Liter, inklusive Mehrwertsteuer und Verpackung. Gärmost in eigene Gefäße kostet 35 Cent je Liter.
- Lohnpresse Jaidhof (Niederösterreich): 1,20 Euro je Liter plus 1,10 Euro je 5-Liter-Sack, also 7,10 Euro je Box. Gepresst wird ab 100 Kilogramm.
Große Mengen werden meist günstiger. Frag nach, ob Gebinde, Pasteurisieren und Mehrwertsteuer im Preis enthalten sind.
Wie viel Saft aus deinem Obst wird
Aus 100 Kilogramm Äpfeln bekommst du rund 60 Liter Saft, so die Lohnpresse Jaidhof. Sorte und Reife machen den Unterschied.
Wie lange der Saft hält
Pasteurisierter Saft in der Bag-in-Box hält ungeöffnet etwa 12 bis 18 Monate. Angebrochen bleibt er meist 3 bis 4 Wochen gut, weil beim Zapfen keine Luft in den Beutel kommt. Das nennt das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Sigmaringen. Lagere die Boxen kühl und dunkel.
Wenn du Saft oder Most verkaufen willst
Süßmost, direkt gepresster Obstsaft und Most aus eigenem Obst zählen laut Landwirtschaftskammer zur Urproduktion. Als Direktvermarkter bist du Lebensmittelunternehmer. Über deine LFBIS-Nummer bist du automatisch als solcher eingetragen. Zu Kennzeichnung und Hygiene berät dich die Landwirtschaftskammer.
Anbieter finden
Die LK Oberösterreich führt ein Verzeichnis der Lohnpressereien für Saft und Most. In anderen Bundesländern helfen die Bezirksbauernkammern und der Maschinenring weiter. Wer aus seinem Obst lieber Hochprozentiges macht, findet die Grundlagen unter Schnaps brennen in Österreich.
Gebrauchte Obstpressen & Mosttechnik
Wer lieber selbst presst: In den Kleinanzeigen findest du gebrauchte Obstmühlen, Pressen und Abfülltechnik aus deiner Region.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet es, Apfelsaft pressen zu lassen?
Das hängt vom Anbieter und der Menge ab. Zwei österreichische Preislisten vom September 2026 nennen für pasteurisierten Saft in der 5-Liter-Box 0,86 bis 1,10 Euro je Liter inklusive Box beziehungsweise 1,20 Euro je Liter plus 1,10 Euro je Box.
Ab welcher Menge nehmen Pressen Obst an?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche mobile Pressen nehmen jede Menge an, andere pressen erst ab 100 oder 200 Kilogramm.
Wie viel Saft ergeben 100 kg Äpfel?
Rund 60 Liter, je nach Sorte und Reife auch etwas mehr oder weniger.
Wie lange hält Saft in der Bag-in-Box?
Ungeöffnet etwa 12 bis 18 Monate, angebrochen meist 3 bis 4 Wochen.
Quellen
- Ihr Saftmacher, mobile Saftpresse: Saison und Preise, abgerufen 27.09.2026
- Lohnpresse Jaidhof: Unser Angebot, abgerufen 27.09.2026
- Bio Obstbau Filipp: Lohnverarbeitung, Annahmebedingungen, abgerufen 27.09.2026
- CVUA Sigmaringen: Saft in der Bag-in-Box
- Landwirtschaftskammer Österreich: Urprodukteverordnung und Registrierung als Lebensmittelerzeuger
- Landwirtschaftskammer Oberösterreich: Lohnpressung in Oberösterreich für Saft und Most
- Bundeskellereiinspektion: Obstweinverordnung, Begriff „Most“
Preise und Termine legen die Anbieter selbst fest und ändern sich, Stand wie bei der jeweiligen Quelle genannt. Beitragsbild: Symbolfoto (Pixabay- bzw. Unsplash-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung).

