Der Betrieb Eschlböck-Bauer, vulgo „Reihofer“, betreibt einen Straußenbetrieb mit geschlossener Produktionskette.
Von Bettina Hinterberger, akad. BT
Im Westen der Stadt Wels, eingebettet in die Welser Heide, liegt der Betrieb von Michael Eschlböck-Bauer, vielen besser bekannt als „Reihofer“. Der gelernte Elektriker übernahm 2017 im Alter von nur 23 Jahren den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters Gerhard sowie das Gasthaus seiner Mutter Romana. Da die Flächen damals verpachtet waren, konzentrierte er sich zunächst auf die Gastronomie.
Die Idee, einige Strauße auf der Wiese neben dem Gastgarten zu halten, war ursprünglich als Attraktion für die Besucher gedacht. Drei Tiere bildeten den Anfang und wurden rasch zu Publikumslieblingen. Die große Begeisterung der Gäste führte bald zur Erweiterung der Herde und legte den Grundstein für einen neuen landwirtschaftlichen Betriebszweig.
Betriebsführer Michael Eschlböck-Bauer – Das 2 Wochen alte Küken lässt sich noch gut tragen
Vom Gastgewerbe zur Straußenzucht
Mit dem Ausbau der Straußenhaltung nahm Michael die verpachteten Flächen wieder in Eigenbewirtschaftung. Heute werden dort Luzerne und Weizen angebaut, die gemeinsam mit einer speziellen Futtermischung die Grundlage für die Fütterung der Straußen bilden.
Der Bestand umfasst derzeit 14 Zuchthennen, drei Zuchthähne sowie rund 120 Masttiere in unterschiedlichen Altersstufen. Die Zuchtsaison dauert von April bis September. Die befruchteten Eier werden in einer selbst entwickelten Brutkammer 38 Tage bebrütet, ehe die Küken schlüpfen und zunächst in einem Kükenstall mit Fußbodenheizung aufgezogen werden.
Das Gehege ist in Bereiche für Zuchttiere, Vormast und Endmast gegliedert. Unterstützung erhält der Betriebsführer von seinem Vater Gerhard sowie Mitarbeiter Zippo, der auch die Feldbewirtschaftung übernimmt.
Geschlossene Produktionskette & Vermarktung
Besonders bemerkenswert ist die geschlossene Produktionskette am Betrieb. Von der Aufzucht über die Schlachtung und Verarbeitung bis zur Vermarktung erfolgt alles in eigener Hand. Neben Frischfleisch werden Wurst- und Pökelwaren, Teigwaren, Eier, Federn sowie eine Hautcreme aus Straußenfett angeboten. Ein Großteil des Fleisches wird im familieneigenen Gasthaus verarbeitet.
Zur Stärkung der Direktvermarktung entsteht derzeit ein eigener Verkaufsraum. Gemeinsam mit den Betriebsberatern der Landwirtschaftskammer wurde zudem ein Betriebskonzept für die weitere Entwicklung erstellt. Die erfolgreiche Entwicklung wurde 2025 mit den Auszeichnungen „Gutes vom Bauernhof“ und „AMA Genuss Region Bauernhof“ gewürdigt.
Mit viel Eigeninitiative und unternehmerischem Gespür hat Michael Eschlböck-Bauer seinen Betrieb rund um die Straußenhaltung erfolgreich aufgebaut. Sein Leitsatz lautet:
„Wir entwickeln uns Schritt für Schritt weiter. Jeder Rückschritt gehört dazu und ist zugleich eine Chance, daraus zu lernen.“
BBKO Leopold Keferböck, Betriebsführer Michael Eschlböck-Bauer und DL Ing. Thomas Jungreuthmayer auf der Straußenweide