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Mit Martini naht der Höhepunkt der Weidegans-Saison: 30 Jahre Traunviertler Weidegans

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30 Jahre Traunviertler Weidegans: Mit diesem Jubiläum feiert eine erfolgreiche bäuerliche Vermarktungsinitiative ihren runden Geburtstag. Die 1996 gegründete Projektgruppe war – nach dem Start eines ersten Weidegans-Projekts im Mühlviertel im Jahr 1992 – maßgeblich daran beteiligt, die Österreichische Weidegans aufzubauen und die heimische Gänsehaltung wieder zu stärken. Zum Auftakt der diesjährigen Gansl-Saison rund um den Martinitag am 11. November zeigt sich die Erfolgsgeschichte auch in Zahlen: Rund 30.000 Weidegänse grasen aktuell auf Oberösterreichs Weiden, und der Eigenversorgungsgrad mit heimischen Gänsen liegt trotz eines leichten Produktionsrückgangs bei rund 34 Prozent.

„Das Projekt Österreichische Weidegans, das 1992 im Mühlviertel ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Mittlerweile ziehen rund 250 Mitgliedsbetriebe jährlich etwa 50.000 Weidegänse österreichweit auf und bringen sie direkt in die Vermarktung. Je nach Region werden konventionell gehaltene, frische Gänse heuer ab Hof zu Preisen zwischen 14 und 16 Euro pro Kilogramm angeboten. Für Biogänse müssen Konsumentinnen und Konsumenten einige Euro mehr einplanen. Laut einer aktuellen Umfrage unter verschiedenen Vermarktern blieben die Preise im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil.

Herausforderungen durch Dürre und Hitze

Die anhaltende Trockenheit und zahlreiche Hitzetage stellten heuer auch die österreichischen Weidegans-Betriebe vor große Herausforderungen. Die Betriebe mussten mit frischem Mähgras, Maissilage oder Getreide zufüttern, um die Futterversorgung sicherzustellen, und den Tieren vermehrt Schattenplätze anbieten.

Besonders angespannt war die Situation bei den Elterntierbetrieben. Oberösterreich verfügt mit zwei Gänseelterntierbetrieben und einer Brüterei über die einzigen Einrichtungen dieser Art in Österreich. Die Hitze wirkte sich sowohl auf die Legeleistung der Gänse als auch auf die Fruchtbarkeit der Ganter aus, was zu weniger Bruteiern und einer geringeren Befruchtungsrate führte. In Summe wird die heimische Weidegans-Produktion daher heuer etwas kleiner ausfallen als in den Vorjahren.

„Österreichische Weidegänse wachsen besonders tiergerecht auf Grünlandflächen auf und erreichen erst nach rund 18 bis 24 Wochen ihr Schlachtgewicht. Die Kombination aus Weidefutter und ergänzender Getreidefütterung sorgt für die hohe Fleischqualität und den charakteristisch zarten Geschmack der heimischen Weidegans“, so Waldenberger.

30 Jahre Pionierarbeit

Die Traunviertler Weidegans feiert heuer ihr 30-jähriges Bestehen. Aufbauend auf den ersten Projekten entwickelte sich daraus die Erfolgsgeschichte der Österreichischen Weidegans (ÖWG), die heute 13 Projektgruppen in mehreren Bundesländern sowie in Südtirol umfasst.

Das Jubiläum wurde gemeinsam mit 24 Mitgliedsbetrieben im Gasthaus Cagitz in Hörsching gefeiert. Obfrau Heidi Hebesberger blickte auf drei Jahrzehnte erfolgreicher Aufbauarbeit zurück. Besonderer Dank galt dem langjährigen Geschäftsführer und Wegbereiter Ing. Max Gala, der maßgeblich zum Aufbau der Gänseringe beigetragen hat und dessen Tod im heurigen Jahr eine große Lücke hinterlässt. Im Rahmen der Feier wurden langjährige Mitglieder für ihr Engagement mit Ehrenurkunden ausgezeichnet.

Neueinsteiger gesucht & regionaler Markt

Für kleinere, bäuerliche Betriebe mit hohem Grünlandanteil bietet die Weideganshaltung eine attraktive Option. „Weidegänse direkt vom bäuerlichen Betrieb sind stark nachgefragt – vorausgesetzt, die Vermarktung erfolgt direkt ab Hof“, erklärt Waldenberger.

Während das europäische Angebot stark schwankt – bedingt durch Krisen und Vogelgrippe in Ländern wie Polen, Ungarn, Deutschland und Frankreich – setzen heimische Kunden auf Tierwohl und Regionalität. Etwa 85 Prozent der Weidegänse werden direkt ab Hof an Wirte bzw. Endverbraucher verkauft. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt je Österreicher im Jahr bei zehn Dekagramm. Die Eigenversorgung gab 2025 durch leicht gestiegene Importmengen auf knapp 34 Prozent nach.

Frische statt jahrelanger Tiefkühllagerung

Die heimischen Erzeuger setzen auf die frische ganze Gans direkt vom Bauernhof. Dass dies ein Qualitätsvorteil ist, zeigt ein Beispiel aus dem Lebensmittelhandel: Bei einer Recherche wurde eine tiefgekühlte Weidegans gefunden, die am 5. Oktober 2023 eingefroren wurde und deren Haltbarkeit bis April 2026 angegeben wird – eine Lagerdauer von zweieinhalb Jahren.

Die Gansl-Saison wird mittlerweile oft auf die gesamten Herbstmonate ausgeweitet, wobei der Martinitag am 11. November der Höhepunkt bleibt. Online sind frische Gansln unter www.weidegans.at zu finden.

Nachhaltige Daunenprodukte

Die heimische Weidegans liefert nicht nur hochwertiges Fleisch, sondern auch erstklassige Daunen und Federn. Durch die lange Aufzucht können die Daunen besonders gut ausreifen. Der „Lebendrupf“ ist in Österreich gesetzlich verboten. Heimische Daunenprodukte stehen für hohen Komfort, Regionalität und gelebte Nachhaltigkeit.

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