75 Jahre Landjugend OÖ: eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft
Landjugend OÖ ist die größte und aktivste Jugendorganisation im ländlichen Raum
Das Jahr 2026 steht ganz im Zeichen des Jubiläums 75 Jahre Landjugend Oberösterreich. 1951 als Jugendwerk der Landwirtschaftskammer OÖ gegründet, hat sie sich zu dem entwickelt, was sie heute ist – die größte und aktivste Jugendorganisation im ländlichen Raum. Derzeit zählt die Landjugend in Oberösterreich über 24.000 Mitglieder und ist in 15 Bezirksorganisationen bzw. 226 Ortsgruppen organisiert. Das einheitliche Corporate Design bildet seit 2003 österreichweit ein wichtiges Erkennungsmerkmal dieser Jugendorganisation. Junge Frauen und Männer zwischen 14 und 35 Jahren können sich bei der Landjugend engagieren. Aktuell sind 43 Prozent der Mitglieder weiblich und 57 Prozent männlich. Dieses kleine Ungleichgewicht entsteht vorwiegend daraus, dass Burschen im Durchschnitt länger bei der Landjugend aktiv sind als Mädels. 41 Prozent der Mitglieder haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Die Landjugend wird in Oberösterreich von 2.754 ehrenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären auf allen Ebenen gestaltet.
„Die Landjugend Oberösterreich ist seit 75 Jahren eine unverzichtbare Partnerin für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum. Sie vermittelt jungen Menschen Werte, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein und legt damit das Fundament für engagierte Führungspersönlichkeiten von morgen“, ist die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ, Rosemarie Ferstl, überzeugt.
„75 Jahre Landjugend Oberösterreich – das ist für mich etwas ganz Besonderes. Es zeigt, dass junge Menschen am Land seit Generationen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv einzubringen. Wir gestalten unser Umfeld mit, halten zusammen und schaffen gemeinsame Erlebnisse, die für immer bleiben. Genau das macht die Landjugend aus und das feiern wir in diesem Jubiläumsjahr 2026: 75 Jahre Engagement, Gemeinschaft und Zusammenhalt am Land, getragen und gelebt über Generationen hinweg von unzähligen ehrenamtlichen Mitgliedern“, betont David Schasching, Landesleiter der Landjugend OÖ aus Sankt Aegidi in Schärding.

75 Jahre Mehrwert für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum
Die Landjugend ist Talenteschmiede, Bildungsplattform und wichtiger Motor für die Entwicklung des ländlichen Raums. Generationen von Jugendlichen wurden hier auf ihrem Weg begleitet und auf Führungsaufgaben in Landwirtschaft, Ehrenamt, Wirtschaft und Gesellschaft vorbereitet. Die enge Partnerschaft zwischen Landwirtschaftskammer OÖ und Landjugend bildet dafür seit nunmehr 75 Jahren eine starke Grundlage. Die Landjugend schafft Mehrwert insbesondere durch:
- Nachwuchsförderung für die Landwirtschaft
Die Landjugend begeistert junge Menschen für die heimische Land- und Forstwirtschaft und vermittelt fachliche Kompetenzen, die weit über die Ausbildungszeit hinauswirken. Wettbewerbe, Weiterbildungen, Praxiserfahrungen und ein vielfältiges agrarisches Exkursionsprogramm unter dem Schwerpunkt „Landwirtschaft & Umwelt“ stärken die nächste Generation bäuerlicher Betriebsführerinnen und Betriebsführer.
Die Exkursionen führen junge Landwirtinnen und Landwirte, sowie auch Mitglieder ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, zu innovativen Betrieben, erfolgreichen Direktvermarktern, modernen Verarbeitungsunternehmen und Vorzeigebetrieben im In- und Ausland. Der direkte Blick über den eigenen Hoftellerrand ermöglicht wertvolle Impulse für die betriebliche Weiterentwicklung und fördert den Austausch unter Gleichgesinnten.
„Wer erfolgreiche Betriebe besucht und mit engagierten Berufskolleginnen und -kollegen ins Gespräch kommt, nimmt Ideen, Motivation und Perspektiven mit nach Hause. Genau das macht die Agrarexkursionen der Landjugend so wertvoll“, ist Ferstl überzeugt.
- Persönlichkeitsbildung und Führungskompetenz
Die Jugendlichen können sich aus ihrer Zeit bei der Landjugend viel Organisationsgeschick, Wissen, die Fähigkeit kreativ zu denken und ein großes Netzwerk mitnehmen. Verantwortung übernehmen, Projekte leiten und Menschen begeistern zählt seit Jahrzehnten zu den zentralen Stärken der Organisation.
- Ehrenamtliches Engagement für lebenswerte Regionen
Mit tausenden freiwilligen Arbeitsstunden gestalten Landjugendgruppen ihre Heimatgemeinden aktiv mit. Projekte in den Bereichen Brauchtum, Umwelt, Soziales oder Ortsbildpflege leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität im ländlichen Raum. Im Durchschnitt werden oberösterreichweit jährlich rund 40 Projekte ehrenamtlich durch die Landjugend-Mitglieder umgesetzt.
- Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft
Die Landjugend schafft Verständnis für die Leistungen der Land- und Forstwirtschaft. Durch vielfältige Aktivitäten, Veranstaltungen und Projekte bringt sie Konsumentinnen und Konsumenten mit den bäuerlichen Familien zusammen und stärkt das Bewusstsein für regionale Lebensmittel und nachhaltige Produktion.
Mit dem Projekt „Landwirtschaft goes Schule“ bringen Landjugend-Mitglieder auch Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 19 Jahren das Thema Landwirtschaft näher und klären die Jugendlichen darüber auf, wie das Leben auf einem Bauernhof wirklich funktioniert. Das Projekt stößt in eine Nische, nämlich die Weiterbildung von Jugendlichen in nichtlandwirtschaftlichen Schulen. Seit dem Start im Mai 2024 wurden bereits über 1.000 Schülerinnen und Schüler in den Schulen über die Themen Lebensmittelproduktion, Tierhaltung und Umweltschutz informiert. Wichtig ist den Landjugendlichen, die die Workshops in den Schulen abhalten vor allem, mit den Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe zu kommunizieren.
- Bewahrung von Traditionen und Blick in die Zukunft
Die Landjugend verbindet gelebtes Brauchtum mit innovativen Ideen. Sie trägt dazu bei, kulturelles Erbe zu erhalten und gleichzeitig jungen Menschen Raum für neue Impulse und zukunftsorientierte Entwicklungen zu geben.
„Was die Landjugend besonders auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden. Junge Menschen gestalten ihre Heimat aktiv mit, übernehmen Verantwortung und zeigen jeden Tag, wie viel Kraft im Ehrenamt und in einer lebendigen Gemeinschaft steckt“, ist Ferstl überzeugt.
Die 4H-Clubs als Ursprung der Landjugend
Die heutige Landjugend hat ihren Ursprung in der Nachkriegszeit. Damals brachten die amerikanischen Alliierten die Idee der 4H-Clubs nach Österreich. Die vier H standen dabei für „Head, Heart, Hands & Health“, also Kopf, Herz, Hände und Gesundheit. Ziel der 4H-Clubs war die Weiterbildung der ländlichen Jugend. Nach den Kriegsjahren sollte die österreichische bäuerliche Jugend lernen, wie man Landwirtschaft betreibt und einen Haushalt erfolgreich führt. Mit einem Bericht in der Zeitung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich wurde schließlich am 5. Jänner 1951 die Gründung des „Jugendwerks der Landwirtschaftskammer für Oberösterreich“ bekannt gegeben.
Die Landjugend im Wandel der Zeit
In den 1950er-Jahren stand die praktische Vermittlung von landwirtschaftlichem Wissen in den Fachgruppen im Vordergrund. So wurden durch die Burschengruppen z. B. Kälber und Küken aufgezogen und Düngeversuche durchgeführt. Die Mädchengruppen lernten in erster Linie das Kochen, Nähen oder die Geflügelzucht. In den Fachgruppen in den Gemeinden fanden bereits erste Bälle und Erntetänze statt.
Ab den 1960er-Jahren wurde in den Fachgruppen ein Trend zu mehr Themenvielfalt bemerkbar. Das Programm umfasste mittlerweile auch Sport, Allgemeinbildung und kulturelle Aktivitäten. Auch die berühmten Fachwettbewerbe wie Pflügen, Blochschneiden, der Kreuzstich- oder auch der Geflügelwettbewerb etablierten sich in diesem Jahrzehnt im Landjugend-Programm.
Die 70er-Jahre gelten als die Zeit der Öffnung in der Landjugend. In den meisten Orten schlossen sich die Mädchen- und Burschengruppen zusammen und es wurden gemeinsame Programmpunkte angeboten. Dadurch entstand auch die partnerschaftliche Führung der Landjugend, welche bis heute einzigartig ist in der Vereinsstruktur Österreichs und ein wichtiges Prinzip bei der Landjugend darstellt. Geöffnet hat man sich aber auch gegenüber Mitgliedern ohne bäuerlichen Hintergrund, was ein noch vielfältigeres Programm mit sich brachte.
In den 1980er und 1990er-Jahren setzten sich die Fachgruppen vermehrt mit Projektarbeit und Schwerpunkten auseinander. Die heutigen Schwerpunkte wurden festgelegt und lauten:
- Allgemeinbildung
- Landwirtschaft & Umwelt
- Kultur & Brauchtum
- Sport & Gesellschaft
- Young & International
- Service & Organisation
1996 wurde zudem die Landjugend als Verein gegründet, was sich als wichtiger Schritt in die Zukunft erwies.
Das Jubiläumsjahr 2026
Mittlerweile prägt die Landjugend Oberösterreich seit einem dreiviertel Jahrhundert den ländlichen Raum. So ein Jubiläum gehört natürlich gefeiert. Eine Veranstaltung für aktive und ehemalige Landjugend-Mitglieder und deren Familien findet dabei am Sonntag, dem 6. September 2026 auf der Höss in Hinterstoder statt. Die Landjugend lädt an diesem Tag zum Bergevent ein.

„Das Bergevent auf der Höss in Hinterstoder ist für mich ein besonderer Höhepunkt in unserem Jubiläumsjahr. Die Landjugend verbindet Menschen über Generationen hinweg und schafft Gemeinschaft, die auch über die aktive Zeit hinaus bestehen bleibt. Genau das wird beim Bergevent spürbar. Neben der Bergmesse und den verschiedenen Wanderungen sorgen Musik- und Volkstanzgruppen auf den Hütten, unser Jubiläumspfad, eine Fotochallenge und ein buntes Kinderprogramm für Abwechslung. Ich freue mich sehr darauf, viele Landjugendliche, ehemalige Mitglieder und Freunde der Landjugend zu treffen und gemeinsam unser 75-jähriges Bestehen zu feiern“, betont Rita Aigner, Landesleiterin der Landjugend OÖ aus St. Georgen im Attergau, Vöcklabruck.
Die Bergbahnen in Hinterstoder starten um 9:00 Uhr. In einer traumhaften Kulisse findet um 10:30 Uhr am Schafkogelsee die Bergmesse statt, welche durch einen Landjugend-Chor musikalisch umrahmt wird. Es folgen musikalische Darbietungen auf den Hütten der Höss. Zudem werden „im Kessel“ auf den Hutterer Böden Schuhplattler- und Volkstanzgruppen auftreten. Auch für die Kinder ist für ein ansprechendes Programm gesorgt.
Weiters findet am Samstag, dem 12. September 2026 im Kulturzentrum Melodium in Peuerbach die Jubiläumsfeier der Landjugend statt. Aktive Bezirksfunktionäre und ehemalige Landesvorstandsmitglieder, sowie Vertretungen der Landwirtschaftskammer und der Politik blicken gemeinsam auf 75 Jahre Erfolgsgeschichte der Landjugend zurück. In diesem feierlichen Rahmen wird auch das Jubiläumsvideo der Landjugend Oberösterreich präsentiert.
Im Zuge des 75-jährigen Jubiläums hat eine dreiköpfige Projektgruppe der Landjugend Interviews mit über 35 Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern der Landjugend Oberösterreich geführt. Dabei wurden zahlreiche Erlebnisse und Geschichten gesammelt. Es stellte sich heraus, dass den Landjugend-Mitgliedern auch nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer ähnliche Werte wichtig sind. Zudem gaben die ehemaligen Landjugend-Funktionärinnen und -Funktionäre Einblicke, wie die Zeit bei der Landjugend ihr Leben im Nachhinein prägte und was sie sich aus ihrer Tätigkeit mitnehmen konnten. Erste Einblicke in die dabei entstandenen Jubiläumsvideos gibt es auf den Social Media Kanälen der Landjugend Oberösterreich.
Allgemeine Information
Landjugend OÖ – Die aktivste Jugendorganisation im ländlichen Raum
„Wir gestalten unser Lebensumfeld aktiv mit!“ – Diesen Leitgedanken verfolgen über 24.000 Jugendliche, die in 226 LJ-Gruppen in ganz Oberösterreich tätig sind. Damit ist die Landjugend die aktivste Jugendorganisation im ländlichen Raum.
Die Landjugendgruppen gestalten ein umfangreiches Programm, das von Weiterbildung über Sport- und Freizeitangebote, Persönlichkeitsentwicklung, agrarischen Themen bis zum aktiven Mitarbeiten im Kultur- und Gemeinschaftsgeschehen in den Gemeinden reicht.
In unserem täglichen Handeln legen wir großen Wert auf die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sowie den nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt.

