93 % der heimischen Landwirte erwarten Ernteverluste durch Trockenheit – im Schnitt 20 Prozent weniger Ertrag
KeyQUEST Umfrage unter 500 österreichischen Landwirt:innen zeigt deutliche regionale Unterschiede – Osten und Süden besonders betroffen, größte Einbußen im Grünland
Die anhaltende Trockenheit setzt Österreichs Landwirtschaft heuer massiv zu: Laut einer aktuellen KeyQUEST-Studie rechnen 93 % der heimischen Landwirte mit Ernteverlusten durch Trockenheit. Im Durchschnitt gehen die Betriebe von einem Ernteausfall von rund 20 % aus – mit teils deutlich höheren Werten in einzelnen Regionen und Kulturarten. Im Grünland liegen die Einbußen im Schnitt bei 33%.
Ernteeinbußen fast flächendeckend
Die Umfrage zeigt eine breite Betroffenheit über nahezu alle Betriebe und Regionen hinweg: 92,7 % der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich erwarten für die heurige Ernte Verluste durch Trockenheit. Nur 7,3 % rechnen mit keinen Einbußen. Der erwartete Ernteverlust liegt im Schnitt aller Betreibe bei 20,4 % der Erntemenge (siehe Grafik 1).
Osten und Süden am stärksten betroffen
Bei der Höhe der erwarteten Ernteverluste zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Am stärksten betroffen sind der Osten Österreichs (Niederösterreich, Burgenland, Wien) mit durchschnittlich 22,9 % erwartetem Ernteverlust sowie der Süden (Steiermark, Kärnten) mit 22,2 %. Der Westen (Salzburg, Tirol, Vorarlberg) liegt bei 20,8 %, während Oberösterreich mit 15,4 % den geringsten durchschnittlichen Ernteverlust verzeichnet (siehe Grafik 2).
Auf Bundesländer-Ebene sind die Unterschiede noch ausgeprägter: In Salzburg (28,3 %) und Kärnten (25,4 %) werden die höchsten durchschnittlichen Ernteverluste erwartet, während Vorarlberg (8,8 %) und Oberösterreich (15,4 %) am glimpflichsten davonkommen. Bemerkenswert: Im Burgenland rechnen zwar ausnahmslos alle befragten Betriebe (100 %) mit Ernteverlusten – die durchschnittliche Schadenshöhe liegt dort mit rund 20 % aber im Mittelfeld (siehe Grafik 3).
Grünland besonders stark betroffen
Auch zwischen den Kulturarten zeigen sich erhebliche Unterschiede in der erwarteten Schadenshöhe. Die mit Abstand größten Ernteverluste werden im Grünland (inkl. Feldfutter) erwartet: Hier rechnen die Betriebe im Schnitt mit einem Ausfall von 33 %. KeyQUEST Geschäftsführer Johannes Mayr dazu: „Die diesjährige Trockenheit trifft Österreichs Landwirtschaft beinahe flächendeckend – nahezu alle Kulturarten und Regionen sind betroffen. Besonders dramatisch ist die Situation im Grünland: Hier ist mit massiven Auswirkungen auf die Futtergrundlage der heimischen Tierhalter zu rechnen – und das vor dem Hintergrund deutlich gesunkener Milch- und Fleischpreise sowie steigender Betriebsmittelpreise. Alles in allem ist das eine sehr herausfordernde Situation für Österreichs Grünlandbetriebe.“
Aber auch Raps ist mit 31% erwarteten Ernteverlust stark betroffen. Im Ackerbau weisen die Ernteverluste von 23% bei Weizen bis 13% bei Soja und 11% bei Mais große Bandbreiten auf. Obst liegt im Mittelfeld (18%), Wein (9 %), Kartoffeln (6%) und Gemüse (5%) finden sich am Ende der Skala (siehe Grafik 4).
Bio-Betriebe rechnen weniger häufig mit Einbußen
Bio-Betriebe scheinen mit der Trockenheit etwas besser zurecht zu kommen als ihre konventionell wirtschaftenden Berufskollegen: hier geben 89% an, Ernteverluste durch Trockenheit zu erwarten, während es 94% bei den konventionellen Betrieben sind (Grafik 2). So sie betroffen sind, fallen die Ernteverluste bei den Bio-Betrieben im Schnitt mit 24% aber höher aus (19% bei konventionellen Betrieben). Studienleiter Johannes Mayr dazu: „Bei den höheren Ernteverlusten ist zu berücksichtigen, dass unter den Bio-Betrieben die Milchwirtschaft und damit Grünland einen hohen Stellenwert einnehmen.“
Grafik 1: Österreich-Karte mit erwarteten Ernteausfällen – je dunkler, desto höher der Ausfall.

Grafik 2: Betroffenheit durch Trockenheit nach Regionen & Bio / konventionell

Grafik 3: Betroffenheit durch Trockenheit nach Bundesländern

Grafik 4: Betroffenheit der verschiedenen Kulturen

Quelle sämtlicher Grafiken für Veröffentlichung: © KeyQUEST Marktforschung, Abdruck honorarfrei.
Über die Studie:
Für die vorliegende Erhebung befragte KeyQUEST Marktforschung im Rahmen einer Eigenstudie im Juni/Juli 2026 insgesamt 506 Betriebsführer:innen landwirtschaftlicher Betriebe in ganz Österreich. Die Befragung erfolgte online über das KeyQUEST Landwirte Online-Panel (landwirte.keyquest.at). Landwirt:innen, die an künftigen Befragungen zu aktuellen Branchenthemen teilnehmen möchten, können sich kostenlos unter landwirte.keyquest.at registrieren.
Über KeyQUEST
KeyQUEST Marktforschung mit Sitz in Garsten (OÖ) ist auf Agrarmarktforschung spezialisiert. Das Unternehmen wurde 2001 gegründet und führt seit 2008 Interviews mit Landwirt:innen in ganz Österreich durch – mittlerweile mehr als 100.000 an der Zahl. Pro Jahr befragt KeyQUEST zwischen 5.000 und 10.000 Landwirt:innen telefonisch oder online. Mit dem KeyQUEST Landwirte Online-Panel betreibt das Unternehmen Österreichs einziges eigenes Online-Panel für Landwirt:innen, dem aktuell rund 1.300 Personen angehören. Geschäftsführer Johannes Mayr ist selbst aktiver Landwirt.
Über das KeyQUEST Landwirte Online Panel: landwirte.keyquest.atMit der Online-Meinungsplattform landwirte.keyquest.at bietet KeyQUEST österreichischen Landwirtinnen und Landwirten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Einschätzungen zu aktuellen land- und

