Mutterkuh
Die Mutterkuh ist ein weibliches Rind (Bos taurus), das nach der ersten Abkalbung primär zur Aufzucht eigener Kälber im Rahmen der Mutterkuhhaltung eingesetzt wird. Im Gegensatz zur Milchkuh dient die Mutterkuh nicht der Milchproduktion für den menschlichen Verzehr; die Milch wird ausschließlich vom Kalb aufgenommen. Die Haltungsform ist in Österreich und Deutschland überwiegend extensiv bis saisonal, häufig auf Grünlandstandorten mit geringer Flächenproduktivität, und unterliegt den Vorgaben des Tierschutzgesetzes sowie der Tierhaltungskennzeichnungsverordnung (Stand 2026). Die Mutterkuhhaltung ist ein zentraler Bestandteil der Rindfleischerzeugung, wobei die Kälber nach einer Säugezeit von etwa sechs bis neun Monaten abgesetzt und in der Mast weitergeführt werden. Die rechtliche Einordnung erfolgt im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU, insbesondere über die gekoppelte Mutterkuhprämie, die an die Einhaltung des Greenings und der Konditionalitäten (GLÖZ-Standards) gebunden ist. Die Tierhaltung muss gemäß der österreichischen Verordnung über die Mutterkuhhaltung (BGBl. II Nr. 485/2023) und der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (§ 11) erfolgen, wobei Weidegang und eine artgerechte Gruppenhaltung vorgeschrieben sind.

