Engerlingsschäden: Wenn Wiesen zu braunen Flecken werden
Engerlinge setzen heuer vielen Wiesen zu. Die Larven fressen die Wurzeln der Gräser ab – bei starkem Befall lässt sich die Grasnarbe wie ein Teppich vom Boden abheben. Für Grünlandbetriebe bedeutet das nicht nur einen optischen Schaden, sondern handfeste Einbußen beim Futterertrag, weil auf den befallenen Stellen kein Gras mehr nachwächst.
Junikäfer und Gartenlaubkäfer als Verursacher
Verantwortlich sind vor allem die Larven von Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Beide gehören zur Familie der Blatthornkäfer. Die Weibchen legen ihre Eier in die Grasnarbe, die Larven entwickeln sich über mehrere Stadien im Oberboden und ernähren sich dort von Feinwurzeln. Der Schaden wird meist erst sichtbar, wenn die Wurzelmasse bereits großflächig zerstört ist – dann verfärben sich die Flächen braun und die Narbe stirbt ab.
Warme, trockene Frühjahre und Sommer begünstigen die Larvenentwicklung. Flachgründige und rasch austrocknende Standorte sind anfälliger als tiefgründige, gleichmäßig feuchte Böden. Wie stark eine einzelne Wiese betroffen ist, hängt daher stark von Lage und Bodenverhältnissen ab.
Bekämpfung: mechanisch, nicht chemisch
Chemische Mittel gegen Engerlinge stehen im Grünland praktisch nicht zur Verfügung. Die Grünlandberatung der Landwirtschaftskammer empfiehlt daher die mechanische Bekämpfung: Betroffene Flächen werden zweimal mit der Kreiselegge bearbeitet. Dabei werden die Larven geschädigt und an die Oberfläche gebracht, wo sie Vögeln als Nahrung dienen.
Entscheidend ist, dass die Nachsaat noch im selben Jahr erfolgt. Als Decksaat werden Hafer oder Roggen mit bis zu 40 Kilogramm je Hektar empfohlen – das sorgt für rasche Durchwurzelung und beschattet den Boden, bis sich die Grasnarbe wieder schließt. Im Frühjahr kann eine weitere Nachsaat notwendig sein.
Gerade in Hanglagen ist die Sanierung von Schadflächen mit Standardtechnik oft schwierig. Wer seine Grünlandtechnik ohnehin erneuern will, findet bei uns einen Überblick zu Motormähern für steile Wiesen.
Beratung und Förderung nutzen
Die Landwirtschaftskammern nehmen gefundene Larven zur Bestimmung entgegen, beraten bei der Sanierung und informieren über mögliche Landesförderungen für betroffene Betriebe. Wer auf seinen Flächen braune Stellen entdeckt oder beim Nachgreifen in die Narbe Engerlinge findet, sollte sich daher frühzeitig bei der zuständigen Kammer melden – je früher die Nachsaat erfolgt, desto besser sind die Chancen, den Futterertrag im nächsten Jahr zu sichern.
Ursprüngliche Meldung/Quelle: news.google.com
Bildquelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)
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