Spritzer nur mit österreichischem Wein: Weinbau fordert gesetzliche Regelung
Der G’spritzte gilt als heimliches Nationalgetränk der Österreicher. Laut Schätzungen der Weinwirtschaft werden hierzulande jedes Jahr rund 500 Millionen Spritzer getrunken. Nicht immer kommt dabei aber heimischer Wein ins Glas, denn manche Betriebe mischen auch mit günstigerer Ware aus dem Ausland. Das soll sich ändern, wenn es nach der Weinbranche geht.
Forderung für das neue Weingesetz
Derzeit wird über ein neues Weingesetz verhandelt. Johannes Schmuckenschlager, Präsident des österreichischen und des europäischen Weinbauverbandes, und Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland, wollen dabei eine klare Regel durchsetzen: Ein Getränk, das in Österreich als „Spritzer“ verkauft wird, soll ausschließlich mit österreichischem Wein gemischt werden dürfen.
Schmuckenschlager begründet das mit den Erwartungen der Gäste. Wer in einem Weinland wie Österreich einen Spritzer bestellt, rechnet seiner Meinung nach selbstverständlich mit heimischem Wein. Oschep sieht die Forderung als Frage der Solidarität mit den heimischen Winzerinnen und Winzern. Die Regel gehöre deshalb unabhängig von Vorgaben aus Brüssel ins neue Gesetz.
Rechtsgutachten in Auftrag gegeben
Damit der Vorstoß auch rechtlich hält, haben die beiden bereits ein Gutachten beim Anwalt Johannes Zink in Auftrag gegeben. Er hält eine solche Regelung für machbar und will den Spritzer als Stück österreichischer Kultur absichern. Mischgetränke wie der Aperol Spritz wären von der geplanten Novelle vorerst nicht betroffen. Gespräche mit der Bundesregierung sollen in Kürze beginnen.
Branche unter Druck
Hinter der Forderung steht eine schwierige Lage: Die Weinwirtschaft kämpft weltweit mit steigenden Kosten, sinkendem Konsum und wirtschaftlicher Unsicherheit. Österreich schlägt sich im internationalen Vergleich zwar recht gut, ist davon aber ebenfalls betroffen.
Für die Volkswirtschaft ist der Weinbau ein wichtiger Faktor:
- Rund 1,2 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben fließen jährlich an die öffentliche Hand.
- Etwa drei Viertel davon gehen an den Bund und die Sozialversicherungen, rund 20 Prozent an Länder und Gemeinden.
- Wein macht 7,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus.
- 20 bis 25 Prozent des heimischen Weins werden exportiert.
Quelle: Kronen Zeitung, 25.10.2026
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