Nerzzucht in Dänemark: Regierung verzichtet auf Ausnahme vom EU-Verbot
Dänemark beendet die Nerzzucht endgültig. Die Regierung in Kopenhagen hat entschieden, für das kommende EU-Verbot keine Sondergenehmigung zu beantragen. Damit verabschiedet sich ein Land, das vor wenigen Jahren noch weltweit führender Exporteur von Nerzpelzen war, aus diesem Produktionszweig.
Tierschutz als Begründung der Regierung
Landwirtschaftsminister Christian Rabjerg Madsen begründete den Schritt am Freitag mit dem Tierschutz. Sinngemäß sagte er, ein Wirtschaftszweig solle nicht nur deshalb weiterbestehen, weil es ihn schon lange gebe. Die Regierung sah daher keinen Anlass, eine Ausnahmeregelung anzustreben. Die Frage nach dem Tierwohl in der Nutztierhaltung gab damit den Ausschlag gegen eine Verlängerung der Pelztierhaltung.
Zeitplan: Verbot ab 2027, Abwicklung bis 2029
Das EU-weite Verbot der Nerzhaltung tritt im August 2027 in Kraft. Im Anschluss gilt eine zweijährige Übergangsfrist. Spätestens bis August 2029 müssen die dänischen Züchter ihre Betriebe vollständig abgewickelt haben. Für die Halter bedeutet das einen klar definierten Zeitraum, um die Bestände auslaufen zu lassen und die Betriebe zu schließen.
Die Massenkeulung von 2020 als Einschnitt
Der Niedergang der Branche begann mit einem Skandal im Jahr 2020. Während der Corona-Pandemie ordnete die dänische Regierung die Tötung von rund 15 Millionen Nerzen an. Ziel war es, Mutationen des Coronavirus in den Tierbeständen zu verhindern. Für diese Anordnung fehlte allerdings die rechtliche Grundlage. In den Jahren 2021 und 2022 war die Nerzhaltung in Dänemark anschließend vorübergehend untersagt.
Keine Erholung nach Aufhebung des Verbots
Anfang 2023 hob Dänemark das befristete Zuchtverbot wieder auf. Eine Rückkehr zur früheren Größe gelang der Branche jedoch nicht. Wer nach der Keulung seine Tiere verloren hatte, hätte Zuchtbestände, Stallungen und Absatzwege neu aufbauen müssen. Im August dieses Jahres waren landesweit nur noch sieben Farmen in Betrieb.
Vom führenden Exportland zum Ausstieg
Vor 2020 nahm Dänemark auf dem Weltmarkt für Nerzpelze eine Spitzenposition ein. Die Felle gingen vor allem in den Luxussegment-Handel, größter Abnehmer war China. Mit der Entscheidung der Regierung endet dieses Kapitel der dänischen Tierhaltung nun auch formal.
Ausblick für die verbliebenen Betriebe
Für die wenigen noch aktiven Halter steht der Rahmen fest: Bis zum Inkrafttreten des EU-Verbots und während der Übergangsfrist können sie ihre Betriebe geordnet abwickeln. Mit dem Verzicht auf eine Ausnahme schließt Dänemark die Nerzzucht nach mehr als drei Jahren ohne nennenswerte Erholung endgültig ab.
Ursprüngliche Meldung/Quelle: kleinezeitung.at
Bildquelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)
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