Zuckerrübenernte: Trockenheit und Krankheiten lassen Erträge um 40 Prozent sinken - sugar beet field drought

Zuckerrübenernte: Trockenheit und Krankheiten lassen Erträge um 40 Prozent sinken

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Die süddeutschen Zuckerrübenanbauer stehen vor einer historisch schlechten Ernte. Aktuelle Proberodungen des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (VSZ) zeigen, dass die Erträge um bis zu 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel liegen könnten. Wochenlange Trockenheit, anhaltende Hitzeperioden und ein außergewöhnlich hoher Krankheitsdruck haben die Bestände massiv geschädigt. Der VSZ rechnet mit der niedrigsten Zuckerrübenmenge seit der Wiedervereinigung. Auch die Ernteausfälle in anderen Kulturen deuten auf ein schwieriges Jahr hin.

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Proberodungen bestätigen düstere Prognosen

Bereits in einer früheren Einschätzung hatte der VSZ vor erheblichen Ertragseinbußen gewarnt. Die nun vorliegenden Ergebnisse der zweiten Proberodungen übertreffen diese Befürchtungen noch. Selbst auf tiefgründigen Lössstandorten, die normalerweise über eine gute Wasserversorgung verfügen und traditionell hohe Erträge ermöglichen, sind die Bodenwasservorräte erschöpft. Besonders angespannt ist die Lage im Rhein-Main-Gebiet, in weiten Teilen Baden-Württembergs und in Franken. Dort bringen viele Felder kaum noch Ertrag, vereinzelt droht ein Totalausfall. Für diese Schläge dürfte auch der in den vergangenen Tagen gefallene Regen keine Verbesserung mehr bringen.

Krankheitsdruck verschärft die Lage

Neben der Trockenheit setzen den Rüben vor allem Blattkrankheiten wie Cercospora zu. Zusätzlich verschärfen die durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragenen Krankheiten SBR und Stolbur die Situation. Die ersten Symptome traten in diesem Jahr früher und flächendeckender auf als in den Vorjahren. Laut Monitoringdaten der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker breitet sich die Schilf-Glasflügelzikade inzwischen in Regionen Bayerns, Hessens, Sachsen-Anhalts, Niedersachsens und im rheinischen Anbaugebiet aus. Maßnahmen wie Pflanzenstärkung, angepasste Fruchtfolgen und Insektizidanwendungen konnten die Ausbreitung bislang nicht stoppen. Die geschwächten Pflanzen haben den Erregern wenig entgegenzusetzen, was den Krankheitsdruck weiter erhöht.

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Qualitätseinbußen und wirtschaftliche Folgen

Die Krankheiten beeinträchtigen nicht nur die Ertragsleistung, sondern auch die Qualität der Rüben erheblich. Befallene Rüben entwickeln eine gummiartige Konsistenz, der Zuckergehalt sinkt deutlich. Dr. Stefan Streng, Vorsitzender des VSZ, beschreibt die Situation der Anbauer als „Albtraum aus Dürre, Hitze und Krankheiten“. Die Ernteverluste seien in vielen Regionen bereits eingetreten. Selbst steigende Zuckerpreise könnten die Verluste nicht mehr ausgleichen. Hinzu kommt: Die Anbaufläche wurde gegenüber dem Vorjahr erheblich reduziert. In Summe könnte die Zuckerproduktion in Süddeutschland dadurch rund ein Drittel unter dem Vorjahresniveau bleiben. Auch in Frankreich, einem der größten Zuckerproduzenten der EU, leiden die Bestände unter der Trockenheit. Ein knapperes Angebot könnte zwar die zuletzt unter Druck geratenen Zuckerpreise stützen, für viele Betriebe dürfte das angesichts der massiven Ertragsverluste jedoch nur eine begrenzte Entlastung bringen.

Regen als zweischneidiges Schwert

Die geringen Niederschläge der vergangenen Tage können die Situation in manchen Regionen sogar verschärfen. Die Rüben nutzen die Feuchtigkeit zunächst zur Regeneration und bilden neue Blätter. Dafür greifen sie auf bereits eingelagerten Zucker zurück. Selbst ergiebige Niederschläge in den kommenden Wochen dürften die inzwischen entstandenen Ertragsverluste nicht mehr ausgleichen können. Die Kombination aus extremer Trockenheit, lang anhaltenden Hitzewellen und außergewöhnlich hohem Krankheitsdruck stellt die süddeutschen Rübenanbauer vor eine Belastungsprobe, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Ähnliche Probleme zeigen sich auch bei anderen Kulturen – etwa beim vorzeitigen Beginn der Weinlese oder beim Kürbisanbau in der Steiermark.

Aussichten für die kommende Saison

Für die betroffenen Betriebe zeichnet sich ab, dass 2026 als eines der schwierigsten Rübenjahre in die Geschichte des süddeutschen Zuckerrübenanbaus eingehen wird. Die wirtschaftlichen Folgen werden die Betriebe noch über mehrere Jahre beschäftigen. Die Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Anbaustrategien anzupassen und widerstandsfähigere Sorten zu wählen. Ob und wie sich die Situation auf dem Zuckermarkt entwickeln wird, hängt maßgeblich von den Ernten in den übrigen EU-Anbauländern ab. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich die Lage zumindest teilweise entspannt oder ob sich die Prognosen weiter verschlechtern.

Ursprüngliche Meldung/Quelle: wochenblatt-dlv.de

Bildquelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung)

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Bayern, Ernteausfälle, Pflanzenkrankheiten, Trockenheit, Zuckerrüben

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