Schilf-Glasflügelzikade
Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) ist ein Insekt aus der Familie der Glasflügelzikaden (Cixiidae) innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Sie besiedelt in Mitteleuropa primär Schilfbestände (Phragmites australis) an Gewässerrändern und Feuchtstandorten. Adulte Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa vier bis fünf Millimetern und sind durch ihre bräunlich-graue Färbung mit hyalinen, glasartig durchscheinenden Vorderflügeln gekennzeichnet. Die Larven entwickeln sich unterirdisch an den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen, wobei sie einen obligaten Wirtswechsel zwischen Schilf und landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, insbesondere Zuckerrüben und Kartoffeln, vollziehen können.
Im Ackerbau gilt die Art als Vektor für pflanzenpathogene Phytoplasmen, insbesondere für das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani), welches die Krankheit „Syndrome des basses richesses“ (SBR) an Zuckerrüben verursacht. Ein Befall führt zu einer verminderten Zuckereinlagerung, Wurzeldeformationen und vorzeitigem Blattvergilben. Die Übertragung erfolgt während der Saugtätigkeit der adulten Zikaden an den Leitbündeln der Pflanzen. Aufgrund der Ausbreitungstendenz in wärmere Lagen und der begrenzten Verfügbarkeit zugelassener Insektizide stellt die Schilf-Glasflügelzikade eine zunehmende ackerbauliche Herausforderung dar. Integrierte Bekämpfungsansätze umfassen die Förderung natürlicher Gegenspieler, die Beseitigung von Schilfrefugien in Feldnähe sowie die Wahl toleranter Sorten.
