Kulturführung
Die Kulturführung bezeichnet in der Pflanzenproduktion die Gesamtheit aller steuernden und pflegenden Maßnahmen, die vom Auflaufen der Kulturpflanze bis zur Ernte auf den Bestand einwirken. Sie umfasst insbesondere die mechanische und chemische Unkrautregulierung, den Pflanzenschutz gegen Schaderreger, die Bewässerung, die Bestandesdichte-Regulierung sowie die gezielte Anwendung von Wachstumsregulatoren. Ziel der Kulturführung ist es, die Konkurrenzkraft der Kulturart gegenüber Begleitflora zu stärken und die Ertragsbildung unter Berücksichtigung standortspezifischer Bedingungen zu optimieren.
Die konkrete Ausgestaltung der Kulturführung wird maßgeblich durch agrarrechtliche Rahmenbedingungen determiniert. So schreiben die Düngeverordnung (DüV) und die Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung (PflSchAnwV) in Deutschland sowie das Aktionsprogramm Nitrat und die ÖPUL-Maßnahmen in Österreich verbindliche Vorgaben für die Applikationstechnik, Aufwandmengen und Sperrfristen vor. Darüber hinaus beeinflussen das integrierte Pflanzenschutzsystem und die guten fachlichen Praxis die Wahl der Verfahren. Eine präzise Kulturführung erfordert eine kontinuierliche Bestandeskontrolle und die Anpassung der Maßnahmen an phänologische Entwicklungsstadien (BBCH-Code), Bodenfeuchte und Witterungsverlauf, um eine ressourceneffiziente und regelkonforme Bewirtschaftung zu gewährleisten.

