Bodensensoren
Bodensensoren sind technische Messsysteme zur kontinuierlichen oder punktuellen Erfassung physikalischer, chemischer und biologischer Bodenparameter in situ. Zu den standardmäßig erfassten Kenngrößen zählen volumetrischer Wassergehalt, Bodenwasserspannung (pF-Wert), Bodentemperatur, elektrische Leitfähigkeit sowie pH-Wert und Nährstoffgehalte (Nitrat, Kalium, Phosphor). Die Messtechnik umfasst kapazitive, tensiometrische, dielektrische und spektroskopische Verfahren, die entweder stationär als Multisensorik-Sonden oder mobil als Schlepp- bzw. Anbaugeräte eingesetzt werden. Die Datenübertragung erfolgt in der Regel über LoRaWAN, NB-IoT oder proprietäre Funkprotokolle an cloudbasierte Plattformen zur weiteren Verarbeitung in Präzisionslandwirtschaftssystemen.
Im rechtlichen Kontext der Düngeverordnung (DüV) und der guten fachlichen Praxis dienen Bodensensoren der bedarfsgerechten Stickstoffdüngung, indem sie die Nitratdynamik im Bodenprofil zeitnah abbilden. In Österreich finden sie Anwendung im Rahmen des ÖPUL-Programms zur Dokumentation standortangepasster Bewirtschaftung. Die Kalibrierung der Sensoren ist bodenartabhängig und erfordert eine Referenzmessung mittels Laboranalyse. Grenzen bestehen hinsichtlich der räumlichen Repräsentativität bei heterogenen Standorten sowie der Langzeitstabilität der Messelektronik unter Feldbedingungen. Die Integration in teilflächenspezifische Applikationskarten ermöglicht eine regelbasierte Steuerung von Düngerstreuern und Beregnungsanlagen.

