Grünlandbetriebe
Grünlandbetriebe sind landwirtschaftliche Unternehmen, bei denen der überwiegende Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) aus Dauergrünland besteht. Die Definition folgt in Österreich und Deutschland der jeweiligen nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU. Als Dauergrünland gelten Flächen, die seit mindestens fünf Jahren nicht Teil der Fruchtfolge sind und durch Gras oder andere Grünfutterpflanzen bewachsen werden. Kennzeichnend für diese Betriebsform ist die vorrangige Nutzung der Grünlandflächen durch Beweidung mit Rindern, Schafen oder Pferden sowie durch Schnitt zur Gewinnung von Heu oder Silage. Die tierische Erzeugung, insbesondere die Milchproduktion und die Mutterkuhhaltung, stellt meist den betrieblichen Schwerpunkt dar. Rechtlich sind Grünlandbetriebe von den ÖPUL (Österreichisches Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft) bzw. Agrarumweltprogrammen betroffen, die Bewirtschaftungsauflagen wie die Begrenzung von Stickstoffdüngung nach Düngeverordnung (DüV) und Vorgaben zur Mahdzeit (z. B. Mahdverbot zur Brutzeit) vorsehen. Die Flächen binderhaltung ist für den Bodenschutz und die Biodiversität von zentraler Bedeutung, wobei eine nutzungsangepasste Pflege (z. B. keine Umbruch) rechtlich vorgeschrieben ist, um den Grünlandstatus zu erhalten. Der Anteil von Grünlandbetrieben ist in Mittelgebirgs- und Alpenregionen hoch, wo Ackerbau aufgrund von Hanglage oder klimatischer Ungunst nicht konkurrenzfähig ist.

