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Echter Mehltau

Der Echte Mehltau ist eine durch obligat biotrophe Pilze der Ordnung Erysiphales verursachte Pflanzenkrankheit, die ein breites Wirtsspektrum im Acker-, Obst-, Wein- und Gemüsebau umfasst. Charakteristisch ist der weiße bis graue, mehlige Pilzrasen auf Blättern, Stängeln und Früchten, der vorwiegend bei trocken-warmen Witterungsbedingungen und hoher Luftfeuchtigkeit in Bestandnähe auftritt. Der Erreger entzieht der Wirtspflanze über Haustorien Nährstoffe, was zu verminderter Assimilationsleistung, vorzeitiger Blattalterung und je nach Stärke des Befalls zu Ertrags- und Qualitätsverlusten führt. Wirtschaftlich relevante Arten sind unter anderem Erysiphe necator im Weinbau, Blumeria graminis in Getreidebeständen und Podosphaera leucotricha im Kernobst. Die Bekämpfung stützt sich im integrierten Pflanzenschutz auf resistente Sorten, ackerbauliche Maßnahmen wie weite Fruchtfolgen und standortangepasste Bestandsführung sowie auf den gezielten Einsatz von Schwefelpräparaten, biologischen Antagonisten (z. B. Ampelomyces quisqualis) oder systemischen Fungiziden (Azole, Strobilurine). Die Auswahl der Mittel erfolgt strikt nach der geltenden Pflanzenschutzmittel-Zulassung des jeweiligen Bundeslandes und den Vorgaben des integrierten Pflanzenschutzes (IPM) gemäß EU-Richtlinie 2009/128/EG. Aufgrund zunehmender Fungizidresistenzen und veränderter klimatischer Bedingungen gewinnen Vorhersagemodelle und frühzeitige Monitoring-Strategien für eine wirtschaftlich und ökologisch optimierte Applikationsplanung an Bedeutung.