Australiens Wildschweinplage: 26 Millionen verwilderte Hausschweine bedrohen Landwirtschaft und Umwelt
Die Wildschweinpopulation in Australien ist außer Kontrolle geraten. Schätzungsweise 26 Millionen verwilderte Hausschweine verwüsten Felder, Gewässer und Feuchtgebiete und verursachen Schäden in Millionenhöhe. Die Lage ist so dramatisch, dass Experten fordern, jährlich bis zu 15 Millionen Tiere zu erlegen, um den Bestand zumindest stabil zu halten. Senatorin Susan McDonald aus Queensland spricht von einer Katastrophe für die Landwirtschaft und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf.
Landwirte im Kampf gegen die Schweineflut allein gelassen
Die verwilderten Hausschweine, die im 19. Jahrhundert von Kolonisten eingeführt wurden, haben sich rasant vermehrt und richten immense Schäden an. Sie zerstören Ernten über Nacht, reißen Zäune ein, verunreinigen Wassersysteme und töten sogar Lämmer. Laut Senatorin McDonald werden die Landwirte von der Regierung im Stich gelassen. Während Milliarden für den Schutz des Great Barrier Reefs ausgegeben werden, weigere sich das Umweltministerium, die Wildschweinplage als Umweltproblem anzuerkennen. Stattdessen werde die Verantwortung an das Landwirtschaftsministerium weitergereicht. „Das Schwarze-Peter-Spiel ist schlichtweg unglaubwürdig“, kritisierte McDonald bei einer Haushaltsanhörung im Senat.
Bekämpfungsstrategien aus den USA als Vorbild
Andere Länder wie die USA haben bereits umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die invasive Art zu kontrollieren. Dazu gehören Jagden vom Boden und aus der Luft, Subventionen für lokale Jäger sowie der Einsatz von Verhütungsmitteln. In Australien fehlt es hingegen an einer koordinierten Strategie. Experten warnen, dass ohne ein sofortiges Eingreifen die Schäden weiter eskalieren und die Ernährungssicherheit gefährdet wird. Senatorin McDonald fordert eine langfristige Finanzierung und echte Unterstützung für die betroffenen Gemeinden. „Die Menschen im ländlichen Australien haben es satt, dass Canberra große Töne beim Umweltschutz spuckt, aber diejenigen im Stich lässt, die das Land ernähren“, so die Politikerin.
Bürokratie und mangelnder politischer Wille als Hindernisse
Ein Grund für das Zögern der Regierung ist die Sorge vor negativen Reaktionen in den Städten, wo die Jagd auf Wildschweine auf wenig Gegenliebe stoßen könnte. Doch für die Landwirte ist die Lage existenzbedrohend. Sie fordern ein Umdenken und eine Anerkennung der Wildschweinplage als nationale Krise. Ohne eine koordinierte Strategie, so McDonald, sei jedes Geld verschwendet – und die Landwirte müssten am Ende wieder einmal die Zeche zahlen. Die Zeit drängt: Mit jedem Tag, an dem die Regierung zögert, breitet sich die Plage weiter aus und die Schäden summieren sich.
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